Erpressung nach dem Sex

thl. Lüneburg. Eine perfide Masche um an Geld zu kommen, sollen sich ein 32-jähriger Winsener und seine 24-jährige Freundin aus Lüneburg ausgedacht haben. Deswegen stehen beide seit vergangener Woche wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung bzw. wegen Beihilfe vor dem Lüneburger Landgericht.
Während sich der Angeklagte zu Prozessbeginn in Schweigen hüllte, packte die Angeklagte umfangreich aus. Sie habe für den 32-Jährigen als Prostituierte gearbeitet und habe aussteigen wollen, sagte sie. Daraufhin habe ihr Zuhälter ihr den Vorschlag gemacht, sich für 50.000 Euro frei zukaufen. "Weil ich das Geld nicht hatte, tauchte ich unter und arbeitete in München in einem Nachtclub", so die Frau. Doch der Winsener habe sie dort aufgespürt und sein Geld gefordert. "Deshalb bin ich mit zurück nach Lüneburg", so die 24-Jährige weiter. Ihr Zuhälter haben einen Mann aus dem Kreis Lüneburg gekannt, von dem er wusste, dass dieser immer viel Geld in der Tasche habe. Deswegen machte der Winsener ihr den Vorschlag, das Opfer in eine Sexfalle zu locken und so die "abzuarbeiten". Über Facebook habe sie Kontakt zu dem Mann aufgenommen und sich als "kleine Unerfahrene" ausgegeben. Im Oktober 2014 sei es dann zu einem Treffen in der Wohnung der Lüneburgerin gekommen. Gemeinsam habe man Kokain konsumiert, bevor es zu "harten Sex" gekommen sei. Nach etwa drei Stunden schickte sie dem Winsener eine SMS und ließ ihn heimlich in ihre Wohnung. Bewaffnet mit einem Baseballschläger ging er auf den Freier los und nahm ihn 1.000 Euro ab.
Während die 24-Jährige nach einem Rechtsgespräch wohl auf eine Bewährungsstrafe hoffen kann, droht dem 32-Jährigen eine längere Haftstrafe. Eine Bewährungsstrafe für ihn wurde von der Staatsanwaltschaft abgelehnt. Der Prozess geht weiter.

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