Keine Chance für Raser durch "Lidar"-Technik

Das neue Blitzgerät liefert gestochen scharfe Bilder auf denen den Messwinkel angezeigt wird (kl. Foto)   Fotos: thl/Landkreis Harburg
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  • Das neue Blitzgerät liefert gestochen scharfe Bilder auf denen den Messwinkel angezeigt wird (kl. Foto) Fotos: thl/Landkreis Harburg
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Landkreis Harburg setzt bei Geschwindigkeitsüberwachung auf neue Lasertechnik

thl. Winsen. Sie ist unauffälliger, hat eine geringe Fehlerquote, muss nicht zwingend überwacht werden und ist trotzdem genauso rechtssicher wie ihre Vorgänge: die neue mobile Blitzertechnik des Landkreises. "Statt mit Radarwellen messen wir jetzt mit Lasertechnik", erklärt Christian Kalesse, Leiter der Bußgeldstelle des Landkreises.
"Lidar" ist der Name des neuen Gerätes. Der Name steht für "Light detection and ranging". Das Blitzgerät kann bis zu vier Fahrspuren überwachen und die Raser ablichten. Auch bei einem Spurwechsel oder bei Querfahrten gibt es keine Probleme. Sogar in einer Kurve können Temposünder bis zu einem Kurvenradius von 100 Metern künftig gemessen werden. Auch muss das Fahrzeug nicht mehr parallel zur Fahrbahn stehen. "Das Gerät stellt sich selbst auf die jeweilige Situation ein", so Kalesse. Dabei kann der Messbeamte selbst entscheiden, ob er die Lasermessungen aus dem Fahrzeug heraus durchführt, oder das Gerät auf einem Stativ am Straßenrand positioniert.
Zwei solcher Fahrzeuge hat der Landkreis im Betrieb. Hinzu kommen 13 stationäre Blitzanlagen, von denen auch drei gleichzeitig Rotlichtverstöße mit ahnden. Rund fünf Millionen Euro veranschlagt der Landkreis pro Jahr im Haushalt an Einnahmen von Verkehrssündern. Da haben sich die beiden neuen Geräte, die zusammen inklusive Zubehör rund 117.000 Euro gekostet haben, schnell amortisiert.
Zu den Einnahmen zählen übrigens auch die Bußgelder von Autobahnrasern. Denn bedingt durch einen Erlass der Bundesregierung bekommt die Kommune die Einnahmen, die die Geschwindigkeitsüberwachung durchführt, egal ob auf Stadt-, Land- oder Bundesstraßen geblitzt wird.
Übrigens: "Dass wir nur an Unfallschwerpunkten blitzen dürfen, ist ein Ammenmärchen", unterstreicht Kalesse. "Geschwindigkeitskontrollen dienen der Unfallprävention." Deswegen wird auch jeder Raser weiterhin mit einem roten Blitzlicht auf sein Vergehen aufmerksam gemacht. Auch wenn das bei den neuen Geräten gar nicht nötig wäre.
• Auch im Landkreis Stade wird immer mehr auf die Lasertechnik gesetzt. Von den insgesamt zwölf stationären Anlagen sind bereits drei umgerüstet worden. Der Landkreis Stade hat im vergangenen Jahr rund 1,4 Millionen Euro an Raser-Bußgeldern eingenommen.

Das neue Blitzgerät liefert gestochen scharfe Bilder auf denen den Messwinkel angezeigt wird (kl. Foto)   Fotos: thl/Landkreis Harburg
Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

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