Kritik am Staatsanwalt

Amazon-Prozess: Polizei stellt 87.500 Euro im Schließfach eines Angeklagten sicher

thl. Lüneburg. 87.500 Euro - diese Summe hat die Polizei in einem Schließfach bei einer Bank in Hamburg-Billstedt beschlagnahmt. Das wurde jetzt am dritten Verhandlungstag im Prozess gegen die mutmaßlichen Amazon-Räuber vor dem Lüneburger Landgericht bekannt.
Wie das WOCHENBLATT berichtete, sollen drei Mazedonier, von denen einer als Sicherheitskraft bei dem Logistiker in Winsen arbeitete, Waren im Wert von rund 500.000 Euro aus dem Lager geklaut haben. Den Hinweis auf das Schließfach hatte das Gericht am zweiten Prozesstag von einem Angeklagten erhalten, nachdem dieser vom mutmaßlichen Kopf der Bande und Inhaber des Schließfachs schwer beschuldigt worden war.
Die Verlesung des Sicherstellungsprotokolls nahm die Verteidigung des Schließfachinhabers zum Anlass, um herbe Kritik an der Staatsanwaltschaft zu üben. Der Anklagevertreter habe bereits zu Beginn des zweiten Verhandlungstages von dem Schließfach erfahren, aber ihren Mandanten trotzdem ins offene Messer laufen lassen. Das sei keine faire Behandlung und Prozessführung, weswegen ihr Mandant keine weiteren Einlassungen abgeben werde, so die beiden Verteidiger.
Die Anwälte des Hinweisgebers regten dagegen an, erneut in ein Rechtsgespräch einzutreten. Immerhin habe ihr Mandant dem Gericht geholfen, das müsse honoriert werden, so die Argumentation der beiden Advokaten. Das sah auch der Anwalt des dritten Angeklagten so, denn die Situation mit dem Schließfach werfe ein völlig neues Bild auf das Verfahren. Hintergrund: Nach einem ersten "Deal" zwischen den Prozessbeteiligten sollte der Wachmann zwischen 2,5 und 3,5 Jahren ins Gefängnis, die beiden anderen Angeklagten sollten jeweils 3,5 Jahre bekommen - immer im Falle eines glaubhaften Geständnisses. Diese Vereinbarung war allerdings nur von dem mutmaßlichen Bandenkopf akzeptiert worden.
Das Gericht lehnte allerdings die Aufnahme weiterer Rechtsgespräche ab, woraufhin der Hinweisgeber ein Geständnis ankündigte. Dieses soll er nun am nächsten Prozesstag ablegen, der am Montag, 21. Oktober, um 9 Uhr beginnt. Bis dahin wollen sich auch die Anwälte des Schließfachinhabers beraten, wie sie mit der neuen Prozesssituation umgehen wollen.

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