Landkreis zahlt 2.000 Euro

Eine Datenpanne im Kreishaus kostet den 
Landkreis mindestens 2.000 Euro
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    Landkreis mindestens 2.000 Euro
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Teure Datenpanne: Mitarbeiter stellte vertrauliche Liste ins Netz. 

mum. Winsen.
Eine Datenpanne kommt den Landkreis Harburg teuer zu stehen: Landkreis-Sprecher Andres Wulfes bestätigte auf WOCHENBLATT-Nachfrage einen Bericht der "Bild"-Zeitung. Demnach "hat es eine außergerichtliche Vereinbarung ohne Anerkennung einer Rechtspflicht gegeben", so Wulfes. Zu allem anderen sei Stillschweigen vereinbart worden. Übersetzt heißt das: Der Landkreis geht mit der Zahlung einer gewissen Summe einer möglichen Klage und der damit verbundenen weiteren Berichterstattung aus dem Weg. Doch offensichtlich hat sich eine Seite nicht an die Vereinbarung gehalten. Laut "Bild" soll der Landkreis nämlich einem Betroffenen 2.000 Euro Schadenersatz gezahlt sowie die Kosten des Anwalts übernommen haben. Entsprechende Dokumente würden der Redaktion vorliegen.
Darum geht es: Der Datenskandal liegt schon ein paar Wochen zurück. Ein Mitarbeiter des Landkreises Harburg hatte versehentlich eine Liste mit 28 Namen und Adressen online gestellt. Schon das allein ist doof. Bei der Liste handelte es sich zudem um eine Tabelle mit Menschen, die in der Behörde Hausverbot haben. Laut "Bild" sei das Dokument über acht Monate online abrufbar gewesen. Die Personen seien mit Klarnamen und voller Anschrift genannt worden. Bei einer der 28 Personen sei die Adresse eine Justizvollzugsanstalt gewesen.
Nachdem nun die erste Person von der Liste eine Entschädigung erhalten hat, ist es durchaus vorstellbar, dass auch die anderen 27 Betroffenen mit Forderungen an den Landkreis herantreten. Stimmen die Informationen der "Bild", werden aus den 2.000 Euro dann schnell 56.000 Euro - zuzüglich Anwaltskosten. "Uns liegen aktuell keine weiteren Forderungen vor", sagt Sprecher Wulfes. Für den Landkreis-Mitarbeiter, der die Datenpanne mit seinem versehentlich gesetzten Haken ausgelöst hat, hatte der Skandal laut Wulfes übrigens keine disziplinarischen Konsequenzen.
Interessant: Ein vermutlich Betroffener hatte der WOCHENBLATT-Redaktion die Landkreis-Liste bereits vor Wochen gegen Zahlung eines Honorars angeboten. Das WOCHENBLATT lehnte dankend ab.

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