Pferdetransport gestoppt - Tiere gerettet

Das Leid der Pferde
3Bilder
  • Das Leid der Pferde
  • Foto: alle Fotos: Polizei
  • hochgeladen von Thomas Lipinski

thl.Rade/Winsen. Das erleben auch erfahrene Polizisten nicht häufig: Weil der Lkw mit Pferdeanhänger verdächtig langsam auf der A1 unterwegs war, kontrollierten Beamte das Gespann in der Nacht zu Freitag an der Anschlussstelle Rade. Der Fahrer des Lkw gab zunächst an, Jungpferde aus dem Raum Cuxhaven nach Polen zu transportieren. Schon auf den ersten Blick hatten die Polizisten den Verdacht, dass der Transport nicht den Bestimmungen des Tierschutzes entsprechen könnte. Der Pferdeanhänger war mit drei Tieren beladen. Der Lkw selbst, ein fensterloser Kastenaufbau ohne Belüftungsgitter, lag verdächtig tief. Auf ihm standen dicht gedrängt acht Pferde. Eine Wiegung zeigte, dass das Gespann mit rund 12,5 Tonnen Gesamtgewicht um 34% überladen war.
Der Fahrer, ein 57-jähriger Mann aus dem Raum Cuxhaven, hatte zwar einen Lkw-Führerschein, aber keinen Sachkundenachweis zum Transport von Tieren. Er hätte mit den Pferden also gar nicht losfahren dürfen. Eine Bescheinigung für den grenzüberschreitenden Transport lag ebenfalls nicht vor.
Noch in der Nacht wurde ein Veterinär des Landkreises Harburg hinzugezogen, um sich einen Eindruck von den Pferden zu machen. Am frühen Freitagmorgen konnten die Tiere auf einem Bauernhof in Pattensen zunächst abgeladen und mit Wasser und Heu versorgt werden. Hier wurde das ganze Ausmaß deutlich: Der Lkw hatte keinerlei Einrichtung für die Tränkung der Pferde. Sie standen viel zu dicht und waren ungenügend gegen ein Umstürzen gesichert. Urin sickerte durch Ritzen und lief während des Transportes auf die Fahrbahn. Ein Pferd hatte einen aufgescheuerten Schweifansatz, weil es etwas zu lang für die Ladungsbreite war und einfach zwischen die Außenwände gezwängt wurde. Die Metallschienen an den Innenwänden des Transporters - eigentlich zur Sicherung von Stückgut - waren gänzlich ungepolstert.
Die Tiere hatten Glück im Unglück, weil sie am Anfang ihrer rund 900 Kilometer langen, qualvollen Reisen durch die Autobahnpolizei Winsen gestoppt wurden. Nach Angaben des Fahrers sollte die Tour über Schwerin in Richtung Lodz gehen, um die Tiere dort zureiten zu lassen. Eine erste Überprüfung der mitgeführten Tierpässe lässt Zweifel an der Aussage aufkommen. Zum Teil sind die Tiere über 20 Jahre alt. Die genauen Hintergründe müssen jetzt ermittelt werden. Fest steht, dass die mitgeführten Tierpässe nicht zu den transportierten Pferden passen.
Gegen den Fahrer und den Auftraggeber aus dem Raum Cuxhaven werden entsprechende Verfahren eingeleitet. Der leere Lkw trat am Mittag die Heimfahrt an. Die Tiere dürfen sich zunächst in Pattensen erholen, bis der Eigentümer sie mit geeigneten Fahrzeugen zurückholt. Durch das Veterinäramt wurden die Tiere unter amtliche Beobachtung gestellt.

Ein Video über die Verladung der Tiere ist zu finden unter www.pd-lg.polizei-nds.de/dienststellen/polizeiinspektion_harburg/themen/pferdetransporter-a1-109381.html.

Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

Politik
Dr. Andreas Schäfer (li.) und Sönke Hartlef präsentierten die neue Marke der Hansestadt Stade

Modern und maritim
So sieht die neue Stadtmarke der Hansestadt Stade aus

jab. Stade. Es wird das neue Erkennungszeichen der Stadt Stade werden: Das neue, moderne und doch klassische Logo löst das alte Symbol nach 25 Jahren ab. Von Anker bis Schaukelpferd lässt die neue Marke viel Spielraum für Interpretation - und das ist sogar gewollt. Mit der neuen Stadtmarke soll eine bessere Innen- und Außendarstellung möglich werden. Bei der Suche nach einer geeigneten Marke wurde zunächst gesammelt, was Stade ausmacht, was das Merkmal, das Besondere an der Hansestadt ist....

Politik
Auf der bislang rein landwirtschaftlich genutzten Fläche soll jetzt Wohnraum entstehen Foto: google/msr

Rat der Gemeinde Jesteburg tagt am 7. Oktober
Die Ortsmitte Itzenbüttels steht auf der Agenda

as. Jesteburg. Über die Entwicklung Itzenbüttels berät der Gemeinderat Jesteburg am Mittwoch, 7. Oktober, um 19 Uhr im Schützenhaus (Am Alten Moor 10) in Jesteburg. Konkret geht es um den Bebauungsplan (B-Plan) "Itzenbüttel-Ortsmitte". Landwirt Christoph Heitmann ("Zeckershoff") möchte auf seinem bislang ausschließlich landwirtschaftlich genutzten Gelände Wohnhäuser realisieren. Geplant ist ein Mehrfamilienhaus mit bis zu acht Wohneinheiten. Außerdem soll das Haupthaus abgerissen und durch...

Blaulicht
In der Staatsanwaltschaft Stade rücken kriminelle Clans jetzt verstärkt in den Fokus

Stade ist Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft
Null Toleranz bei Clankriminalität

tk. Stade. "Das Gefühl, dass es in Niedersachsen Kriminelle gibt, die bei rechtschaffenen Bürgern den Eindruck erwecken, dass sie tun und treiben könnten, was sie wollen, darf es nicht geben." Mit diesen Worten gab Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU) den Startschuss für die vier neuen Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften Clankriminalität. Eine davon ist in Stade angesiedelt.  Zwei Staatsanwälte werden sich in den jeweils vier Ermittlungseinheiten, neben Stade sind das...

Panorama
In seinem Stall: Landwirt Stefan Isermann aus Toppenstedt
3 Bilder

"Aufeinandertreffen mit Corona wäre Super-GAU"
Landwirte sind bedroht von Auswirkungen von Afrikanischer Schweinepest

ce. Toppenstedt. "Die Pest ist in hiesigen Regionen noch nicht angekommen. Ihre Auswirkungen könnten aber nicht nur für unseren Betrieb mittelfristig existenzbedrohend werden." Das sagt Stefan Isermann (41), der in dritter Generation in Toppenstedt (Landkreis Harburg) Landwirtschaft mit einigen tausend Schweinen betreibt, mit Blick auf die aktuelle Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Die Tierseuche, die Haus- und Wildschweine befällt, hat bislang 35 dieser Vierbeiner in...

Politik
Rainer Schlichtmann hat sich 25 Jahre zum Wohle der Samtgemeinde Harsefeld eingesetzt
4 Bilder

Er übergibt ein gut bestelltes Haus
Nach 25 Jahren als Verwaltungschef in Harsefeld: Rainer Schlichtmann geht in den Ruhestand

jd. Harsefeld. Eine Ära geht heute zu Ende: Dieser Mittwoch ist der letzte Arbeitstag für Rainer Schlichtmann. Am Abend wird der Harsefelder Samtgemeinde-Bürgermeister bei einem Festakt in der Eissporthalle offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Dass seine Amtszeit später einmal als "Ära Schlichtmann" bezeichnet wird, dürfte ziemlich sicher sein. Schließlich hat der 67-Jährige die Geschicke der Samtgemeinde und auch ihrer vier Mitgliedsgemeinden entscheidend geprägt - und das über einen...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen