Polizei im Landkreis warnt: Vorsicht vor Wildwechsel

Autofahrer aufgepasst: jetzt kann es
vermehrt zu Wildunfällen kommen Foto: bim
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Durch die Uhr-Umstellung steigt die Gefahr durch Wildunfälle / Polizei gibt Tipps

thl. Winsen. Wenn im Herbst die Felder abgeerntet sind und die Zeitumstellung unseren Tagesrhythmus verändert, dann wirkt sich das auch auf Wildtiere aus: Hirsche, Rehe und Wildschweine suchen nach Deckung und sind mehr unterwegs als üblich – auch auf den Straßen, die ihren Lebensraum zerschneiden.
"Morgens laufen die Tiere vom Feld in den dichten Wald, abends andersherum", weiß Dirk Poppinga, Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Harburg. "Durch das Ende der Sommerzeit bricht die Dämmerung bereits ab etwa 17 Uhr ein. Um 18 Uhr ist es zappenduster." Das seien aber genau die Zeiten, in denen Berufspendler unterwegs sind - und das Wild eben auch.
Das hat oft dramatische Folgen: Poppinga geht davon aus, dass auch in diesem Jahr wieder mehr als 1.000 Wildunfälle allein im Landkreis Harburg zu erwarten sind. Im vergangenen Jahr waren es rund 1.370 Unfälle. Trotzdem unterschätzen viele Autofahrer die Gefahr.
Keine andere große Säugetierart ist derart häufig in Verkehrsunfälle verwickelt wie das Reh. Dirk Poppinga warnt: "Bei einer Geschwindigkeit von nur 50 km/h beträgt das Gewicht des Aufpralls das 25-Fache, also beispielsweise rund 500 Kilogramm bei einem Reh und mehr als zwei Tonnen bei einem ausgewachsenen Wildschwein." Letzteres ist das Gewicht eines nahezu ausgewachsenen Nilpferdes.
Doch nicht nur die Suche nach Nahrung auf den neu ausgesäten Feldern mit Winterraps und Co. lassen die Tiere über die Straße laufen. "Zum einen gibt es in diesem Jahr sehr viele Eicheln und Kastanien, die meist am Straßenrand liegen und die Wildtiere anlocken", so Poppinga weiter. "Zum anderen sind aber auch - bedingt durch die Corona-Pandemie und die fehlenden Urlaubsreisen - mehr Menschen in den Wäldern unterwegs, die unbewusst das Wild aufschrecken."
Wildunfälle können zu jeder Tages- und Jahreszeit passieren. Auch dort, wo kein Warnschild "Wildwechsel" steht. Die meisten Kollisionen mit schweren Unfallfolgen ereignen sich auf Bundes- und Landesstraßen, auf denen mit hoher Geschwindigkeit gefahren wird. Um Wildunfälle zu vermeiden, rät Dirk Poppinga:
<Aufz>Nicht nur in Waldgebieten aufmerksam fahren und den Seitenraum der Fahrbahn aufmerksam beobachten. Bei Dunkelheit reflektieren die Augen des Wildes das Scheinwerferlicht und sind so erkennbar.
Wenn man Wild bemerkt, die Geschwindigkeit verringern, Fernlicht abblenden und bremsbereit sein.
Immer mit mehreren Tieren rechnen.
Wer nicht mehr rechtzeitig bremsen kann: Lenkrad festhalten und nicht versuchen, dem Tier auszuweichen.
Nach einer Kollision mit einem Stück Wild unverzüglich anhalten, Warnblinklicht einschalten und die Polizei informieren, die den zuständigen Jagdpächter anruft.
Kein verletztes Wildtier anfassen.
Verletztes oder totes Wild nicht mitnehmen, das wird als Jagdwilderei gewertet und ist strafbar.</Aufz>
Wenn verletztes Wild nach einem Unfall flüchtet, wird es grundsätzlich vom zuständigen Jäger nachgesucht. Hierfür werden besonders ausgebildete Hunde eingesetzt, die in der Lage sind, auch am nächsten Tag noch die Spur und das verletzte Wild zu finden. Da von verletzten Wildschweinen eine erhöhte Gefahr für Jäger und Hund ausgeht, finden die Nachsuchen in der Regel nur bei Tageslicht statt.
• Weitere Hinweise und Tipps gibt es bei Dirk Poppinga unter Tel. 04181-285109. thl. Winsen. Etwa 99 Prozent der Wildunfälle enden mit einem Blechschaden – die Polizei erfasst sie deshalb nur allgemein als Verkehrsunfälle mit Sachschaden. Damit fehlt eine wichtige Datengrundlage, um Unfallschwerpunkte zu entschärfen. Das Projekt Tierfund-Kataster (www.tierfund-kataster.de) soll Abhilfe schaffen: Verkehrsteilnehmer können jetzt bundesweit über die Internetseite oder die kostenlose App (für Android und iOS) Wildunfälle eintragen. Wissenschaftler werten diese aus und Behörden können schließlich Straßen sicherer machen.
Bisher haben etwa 11.000 Nutzer mehr als 55.000 Funde gemeldet. Tierfund-Kataster soll Abhilfe schaffen

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Rät zur Vorsicht:
Dirk Poppinga   Foto: Polizei
Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

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