Vergewaltigung nur erfunden

"Opfer" stand jetzt wegen Falschaussage vor dem Amtsgericht

thl. Winsen. "Was Sie getan haben, war unterste Schublade. Wo war Ihr Unrechtsbewusstsein?" Deutliche Worte fand der Staatsanwalt gegen eine Winsenerin, die sich jetzt wegen uneidlicher Falschaussage vor dem Winsener Amtsgericht verantworten musste.
Die Vorgeschichte: Im November 2016 zeigt die 53-Jährige einen Flüchtling, der damals mit bei ihr im Haus wohnte, wegen Vergewaltigung an. Diese Anschuldigung wiederholt sie mehrmals, auch vor dem Haftrichter, der den Beschuldigten schließlich für viereinhalb Monate in U-Haft schickt. Erst im Prozess gegen den Mann kommt die Wahrheit heraus: Der Sex geschah einvernehmlich, die Frau erhielt sogar noch 65 Euro dafür. Daraufhin wurde der Flüchtling freigesporchen und das vermeintliche Opfer landete vor Gericht.
"Er hatte mich von Anfang an bedrängt und dann habe ich mich auf ihn eingelassen und das Geld bekommen", sagte die Frau jetzt vor Gericht. Da ihr die Sache unangenehm gewesen und der Sex dazu nicht so gewesen sei, wie sie ihn sich vorgestellt hatte, habe sie die Geschichte erfunden. "Ohne darüber nachzudenken, was mit meinem Mitbewohner passiert", zeigte sie sich reumütig. Das Urteil: zwölf Monate Freiheitsstrafe, für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

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