Prozess in Winsen
Vor Kindern entblößt?

Kita-Praktikant steht wegen angeblicher exhibitionistischer Handlungen vor Gericht
thl. Winsen.
"Mein Mandant bestreitet die Tat. Ansonsten macht er auf meinen Rat hin von seinem Schweigerecht Gebrauch." Kurz und knapp war das Statement von Verteidiger Dr. Jonas Hennig, der sich selbst als "Strafverteidiger aus Leidenschaft" bezeichnet, um anschließend die Vernehmungs- und Befragungsmethoden der Polizei bei den mutmaßlichen Opfern zu kritisieren. Zudem bezweifelte er die Glaubwürdigkeit des vorliegenden Tatgutachtens.
So startete jetzt am Winsener Amtsgericht der Prozess gegen einen 18 Jahre alten angehenden Erzieher aus der Samtgemeinde Salzhausen. Ihm wird vorgeworfen, in einer Kindertagesstätte, in der er während seiner Ausbildung zum sozial-pädagogischen Assistenten sein Praktikum absolvierte, vor fünfjährigen Mädchen mindestens zweimal sein Geschlechtsteil entblößt und es den Kindern gezeigt zu haben. Dafür droht dem jungen Mann bis zu einem Jahr Haft.
Aus dem Gericht
Für die Aussage der beiden Mädchen wird die Öffentlichkeit ausgeschlossen, kündigte die Richterin an.
Öffentlich war dagegen die Zeugenaussage der ehemaligen Klassenlehrerin des Angeklagten. Sie beschrieb den 18-Jährigen als offenen und fröhlichen jungen Mann, der sehr gut in die Klasse integriert und zum Klassensprecher gewählt wurde. Mittlerweile habe der Angeklagte seinen Abschluss gemacht und die Schule verlassen, da die weitere Erzieherausbildung nicht an ihrer Schule angeboten werde, so die Studienrätin. "Nachdem er wegen des angeblichen Vorfalls aus der Kita geworfen wurde, hat er gleich das Gespräch mit mir gesucht", so die Lehrerin. "Er war sich keiner Schuld bewusst und ich habe ihm das auch geglaubt. Wenn die Vorwürfe stimmen würde, wäre er mir gegenüber eingebrochen." Pikant: Mit Unterstützung der Schule erhielt der 18-Jährige einen Praktikumsplatz in einer Grundschule, um seine Ausbildung beenden zu können. Der Grundschule gegenüber habe man laut der Studienrätin die erhobenen Vorwürfe und das laufende Verfahren verschwiegen. Auf die Nachfrage der Richterin, ob die Lehrerin sich erklären könne, warum die beiden Mädchen solche Behauptungen aufstellen, sagte sie: "Ich habe selber Kinder in dem Alter. Daher weiß ich, dass Kinder über sehr viel Fantasie verfügen."
• Der Prozess wird am kommenden Dienstag, 6. August, fortgesetzt. Gerichts-Vignette einfügen

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