Amtsgericht Winsen
"Wollte das Opfer ärgern"

45-Jähriger musste sich wegen Brandstiftung vor dem Amtsgericht verantworten und war geständig

thl. Winsen. "Es tut mir unwahrscheinlich leid, was ich getan habe. Den Grund meines Handelns kenne ich selbst nicht. Wahrscheinlich wollte ich die Nachbarin nur ärgern." Das sagte jetzt der 45-jährige Angeklagte vor dem Winsener Amtsgericht, der sich wegen Brandstiftung verantworten musste.
Der Angeklagte aus der Samtgemeinde Hanstedt soll in der Nacht des 8. September vergangenen Jahres auf das Grundstück seiner Nachbarin geschlichen sein, dort die Garage aufgebrochen und den darin parkenden Mazda MX5 angezündet haben. Die Eigentümerin war zu dieser Zeit nicht im Haus, sie lag mit einem Knochenbruch im Krankenhaus.
Vor Gericht räumte der Angeklagte die Tat ein. Man habe abends noch beim Griechen gefeiert, dabei sei auch Ouzo geflossen, sagte er aus. Aber er wolle sein Handeln nicht auf den Alkohol oder irgendeine Erkrankung schieben. Dass die Nachbarin im Krankenhaus liege, habe an dem Abend die Runde im Lokal gemacht. Und weil die Frau offenbar nicht bei allen beliebt war, habe man darüber gelästert. Auf dem Weg nach Hause habe er dann den Plan gefasst, in die Garage einzubrechen, sagte der Mann aus, der zu diesem Zeitpunkt noch Vorsitzender des örtlichen Faslamsclubs war. Was er genau in der Garage wollte, wisse er nicht mehr. Fakt sei aber, dass er plötzlich den Benzin-Laubbläser gesehen habe, über dessen Lautstärke er sich schon oftmals geärgert habe. Er habe den Laubbläser genommen, dessen Tank aufgeschraubt und ihn zwischen den Sitzen in das offene Fahrzeug gelegt. Anschließend sei er kurz nach Hause gegangen und habe einen Grillanzünder geholt, mit dem er den Pkw schließlich in Brand gesetzt habe.
"Als ich zu Hause war, gab es in dem brennenden Pkw wohl einen Kurzschluss, durch den die Hupe auslöste. Da wurde mir bewusst, was ich gemacht habe", sagte der 45-Jährige. "Ich rief sofort die Feuerwehr, rannte herunter, weckte meinen Nachbarn und begann mit meinem Gartenschlauch mit den Löscharbeiten." Zwei Tage später sei er von der Polizei als Zeuge vernommen worden und habe die Tat dabei vollumfänglich gestanden.
Rund 25.000 Euro Sachschaden sind bei dem Feuer entstanden. Ein geringer Betrag zu dem, was das Opfer erleidet. Sie könne heute noch nicht wieder ruhig schlafen, werde bei jedem Geräusch wach, sagte sie unter Tränen im Zeugenstand aus.
"Ich weiß, dass es für meine Tat keine Entschuldigung gibt. Deswegen hoffe ich hier vor Gericht auf eine gerechte Strafe", sagte der Angeklagte.
Die bekam er. Das Urteil: ein Jahr und sechs Monate Haft, für drei Jahre ausgesetzt zur Bewährung. Außerdem muss der Angeklagte 2.000 Euro an das Opfer zahlen. Ob diese Strafe nun gerecht ist, darüber sind Angeklagter und Opfer bestimmt unterschiedlicher Auffassung.

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