WEISSER RING zieht Bilanz
77 Opfer von Straftaten betreut

Informationsstände wie 2020 beim Tag der Zivilcourage mit (v. li.) Carsten Bünger (PI Harburg), Martina Vohr, Bettina Rose und Vera Theelen sollen auch in diesem Jahr stattfinden
  • Informationsstände wie 2020 beim Tag der Zivilcourage mit (v. li.) Carsten Bünger (PI Harburg), Martina Vohr, Bettina Rose und Vera Theelen sollen auch in diesem Jahr stattfinden
  • Foto: Michael Kropp
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(os). Im vergangenen Jahr haben sich im Landkreis Harburg weniger Opfer von Straftaten an die Hilfsorganisation Weisser Ring gewandt als im Jahr davor. Das geht aus der Jahresbilanz 2020 hervor, die die Außenstelle Kreis Harburg jetzt herausgegeben hat.
Demnach halfen die Ehrenamtler des Weissen Rings 77 Personen, im Jahr 2019 waren es noch 116. Die meisten Menschen (26) suchten Hilfe nach einer Körperverletzung, gefolgt von sexualisierter Gewalt (18), Bedrohung/Nötigung (12) und Nachstellung/Stalking (9). Rund drei Viertel der Opfer waren Frauen, der Altersdurchschnitt lag bei rund 40 Jahren. Das älteste Opfer war 82, das jüngste zweieinhalb Jahre alt. Wenn Kinder und Jugendliche Opfer von Straftaten werden, arbeitet der Weisse Ring eng mit dem Kinderschutzbund im Landkreis Harburg zusammen. Michael Kropp vom Weissen Ring, Landkreis Harburg, vermutet einen Zusammenhang zwischen der Corona-Pandemie und dem Rückgang der Opferzahlen. "Viele Delikte, die sonst auf der Straße geschehen, fallen derzeit weg", verdeutlicht Kropp.
Die Kontaktbeschränkungen durch die Corona-Pandemie stellten die ehrenamtlichen Helfer mitunter vor erhebliche Herausforderungen. In einigen einfachen Fällen konnte den von Gewalt Betroffenen per Telefon geholfen werden, die Mehrzahl der Fälle verlangte jedoch den persönlichen Kontakt zwischen Opfer und Helfer des Weissen Rings.
Neben den Hilfen vor Ort unterstützte die Organisation 32 Opfer von Straftaten, die sich in einer psychischen Ausnahmesituation befanden oder traumatisiert waren, auch finanziell. Bezahlt wurden u. a. psychologische Erstberatungen sowie rechtliche Beratungen durch frei gewählte Rechtsanwälte. Insgesamt betrugen die Kosten für die Erstberatungen 12.160 Euro - nach 11.400 im Jahr 2019. Hinzu kamen 3.200 Euro, die an elf Betroffene zur Überbrückung von tatbedingten Notlagen ausgezahlt wurden.
Nachdem im vergangenen Jahr viele der geplanten Präventionsmaßnahmen wie Selbstbehauptungskurse oder Vorträge z.B. zum Enkeltrick und zur Internetkriminalität ausgefallen sind, hoffen die Verantwortlichen des Weissen Rings, in diesem Jahr das Angebot wieder hochfahren zu können. Das soll auch dazu beitragen, die Hilfsorganisation bekannter zu machen. Noch immer erführen Opfer von Straftaten nur durch Zufall von der Existenz des Weissen Rings, erklärt Michael Kropp.
• www.harburg-kreis-niedersachsen.weisser-ring.de

Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

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