André Wiese redet Klartext über Winsen 2030

Winsens Bürgermeister André Wiese (CDU)   Foto: Stadt Winsen
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Bürgermeister setzt sich auf seiner privaten Facebook-Seite mit der Kritik an Baumfällungen auseinander

thl. Winsen. Seit Bekanntwerden der Planung für den Umbau der Haupteinkaufsstraßen im Rahmen des Projektes "Winsen 2030", hagelt es immer wieder Proteste gegen die damit verbundenen Baumfällungen. Diese hatten sich noch verstärkt, als am Montag vergangener Woche die Kettensägen ratterten und die Bäume zwischen dem Südertor und der Rathausspitze fielen.
Jetzt platzte Bürgermeister André Wiese (CDU) der Kragen. Auf seiner privaten Facebook-Seite machte er seinem Unmut Luft und ging mit den Projekt-Gegnern hart, aber teilweise auch sehr süffisant ins Gericht. Für seine Wortwahl erntete er in den sozialen Medien sehr viel Lob.
Unter der Überschrift "Es ist eine Diskussion mit Ansage" schreibt Wiese u.a.: "In der Innenstadt werden jetzt die Haupteinkaufsstraßen umgestaltet. Und ja, dafür wurden und werden Bäume gefällt.
Diejenigen, die allein schon bei dieser Zustandsbeschreibung in echtes emotionales oder rein politisch-taktisches Wehklagen übergehen, weil eine Baumfällung an sich unmoralisch und durch nichts zu rechtfertigen ist, die können jetzt aufhören diesen Text zu lesen."
Im weiteren Verlauf fasst er noch einmal die Argumente für die Umgestaltung zusammen. So höre er sich seit Jahren Beschwerden über das kaputte Stolperpflaster an. Mit Barrierefreiheit oder zeitgemäßer Innenstadtgestaltung habe die jetzige Situation auch wirklich nichts zu tun. Deshalb gebe es jetzt neues Pflaster, auf dem man vernünftig mit Kinderwagen, Rollator oder Fahrrad unterwegs sein kann - ohne Stolperfallen, so Wiese.
In seiner Stellungnahme spricht Wiese von "Baumempörten" und davon, dass die jetzt gefällten Bäume in der Rathausstraße sowieso keine Chance gehabt hätten, sich an ihren Standorten in den nächsten Jahrzehnten zu halten. Und auch an den Grünen lässt er kein gutes Haar: "Das haben auch die Grünen so gesehen, bis sie gemerkt haben, dass ihre Idee einer autofreien Innenstadt nicht durchsetzbar ist. Jetzt sind die Bäume anscheinend willkommenes politisches Ablenkungsmanöver, um die ganze Planung schlechtzureden. Kann man natürlich machen, hilft aber nicht, weil Innenstädte mitten im großen Wandel sind und das war übrigens auch vor diesen merkwürdigen Corona-Zeiten so."
Wiese macht deutlich, dass ein attraktiver Mix an Handel, Gastronomie, sozialen und kulturellen Angeboten zu einer Innenstadt gehört. "Dieser entsteht übrigens nicht durch Meckern und Abkanzeln bei Facebook oder das gleichzeitige Schlechtreden von Kontinuität", so der Bürgermeister in seinem Klartext-Statement. Da lobe er sich die Macher und Anpacker, die er "künftig (noch) stärker abfeiern" will. "Weil sie es verdient haben und weil ich mich manchmal frage, wie die und auch die Angestellten sich vorkommen bei den vielen nahezu grenzenlos schlauen Kommentaren in sozialen Netzwerken oder auch ansonsten", so Wiese.

Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

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