Angst vor der Abschiebung

Hoffen auf ein gutes Ende (v.li.): Matthias Aschern, Sayed 
Abdullah Maqsudi, Sayed Yahuya Mirani und Jan Badurczik
  • Hoffen auf ein gutes Ende (v.li.): Matthias Aschern, Sayed
    Abdullah Maqsudi, Sayed Yahuya Mirani und Jan Badurczik
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Trotz Integration ist die Zukunft von Abduallah und Yahuya völlig ungewiss

thl. Winsen. Vor zwei Jahren kamen Sayed Abdullah Maqsudi (18) und Sayed Yahuya Mirani (19) als unbegleitete jugendliche Flüchtlinge aus Afghanistan nach Deutschland. Sofort bemühten sich die beiden, die deutsche Sprache zu lernen und sich zu integrieren. Das funktionierte auch gut. Doch jetzt droht ihnen die Abschiebung.
"Wir sind entsetzt", sagen Matthias Aschern, Leiter der IGS Roydorf, und Klassenlehrer Jan Badurczik. "Die beiden jungen Männer gehen seit November 2017 auf unsere Schule und sind ein Beispiel für gelungene Integration. Zudem haben sie Top-Perspektiven für die berufliche Zukunft."
Voraussetzung für den Schulbesuch war, dass beide den zehnten Jahrgang wiederholen sollten. Für die beiden Afghanen kein Problem. Sie lernten eifrig und verbesserten schnell ihre Sprachkenntnisse. Und schon im ersten Versuch schafften sie den höchstmöglichen Abschluss und damit die Zugangsvoraussetzungen für den weiteren Schulbesuch mit dem Abitur als Ziel. Beide wollen später studieren. Yahuya in Richtung IT, Abdullah hat eine Leidenschaft für Mathe und Physik. Beide haben schon entsprechende Praktika absolviert.
Alles lief perfekt für die Jugendlichen, bis ihnen kürzlich ein Schreiben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BamF) zugestellt wurde. Inhalt: Der Asylantrag wurde abgelehnt, beide sollen ausreisen. Seitdem leben die beiden in nervenaufreibender Unsicherheit. Yahuya und Abduallah haben gegen den Bescheid Widerspruch eingelegt, dieser wird derzeit bearbeitet. "Keiner weiß, wann die Entscheidung darüber fällt und was dann passiert", sagen die beiden. Um zumindest eine Duldung zu bekommen, müssten sie eine Berufsausbildung anfangen. "Aber nur deswegen den Weg zum Abitur abzubrechen, das würde den normalen Werdegang in tragischer Weise abbrechen", sagt Jan Badurczik. Und Matthias Aschern ergänzt: "Beide sind gegenüber der Gesellschaft in Vorleistung getreten. Deutschland kann sich nicht erlauben, solche Leute zu verlieren."
Dieser Meinung schließt sich Andreas Baier, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft des Kreises Harburg, an: "Wir kämpfen im Handwerk im Hinblick auf den Fachkräftemangel um jeden Ausbildungsplatz. Dabei kann man auch mit Abitur noch nach der Ausbildung studieren." Migranten mit so einem Werdegang wie Abdullah und Yahuya hätten keine Schwierigkeiten, einen Ausbildungsplatz zu finden.

Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

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