"Bleibt ein großes Rätsel"

Lydia Herms (li.) und Johanna Steiner am Elbstrand in Drage, an dem die Polizei auch mehrfach 
nach der Familie gesucht hatte Fotos: thl/archiv Polizei
2Bilder
  • Lydia Herms (li.) und Johanna Steiner am Elbstrand in Drage, an dem die Polizei auch mehrfach
    nach der Familie gesucht hatte Fotos: thl/archiv Polizei
  • hochgeladen von Thomas Lipinski

Berliner Journalistinnen produzieren Hörfunk-Dokumentation über die verschwundene Familie Schulze

thl. Drage. Seit fast drei Jahren gelten Sylvia und Miriam Schulze aus Drage als vermisst. Die Chance, dass die beiden noch leben, ist beinahe gleich Null. Das sehen auch Lydia Herms und Johanna Steiner so. Die beiden Journalistinnen aus Berlin sind gerade dabei, das Schicksal der Familie Schulze im Rahmen einer Radiodokumentation aufzuarbeiten. Dafür haben sie sich für zwei Wochen in einer Ferienwohnung in Drage eingemietet. "Nach allem, was wir wissen und recherchiert haben, gehen wir von einem erweiterten Suizid aus", sagen die beiden Frauen. Erweiterter Suizid heißt, dass Vater Marco Schulze erst Frau und Tochter getötet und sich anschließend selbst das Leben genommen hat.
"Wir sehen uns nicht als Sensationsreporterinnen, die diesen Fall aufbauschen, gar lösen wollen. Vielmehr interessiert uns die Leerstelle, die das Verschwinden einer Familie in der Umgebung hinterlässt", begründen die beiden Journalistinnen ihre Motivation. "Denn das Verschwinden ist ein Phänomen, das den Angehörigen einen emotionalen Abschluss verwehrt." Der Fall sei ein großes Rätsel. "Egal welche Hypothese man aufstellt, wie es sich abgespielt haben könnte, am Ende bleiben immer Fragezeichen", sagt Johanna Steiner.
Die beiden Frauen interviewen Nachbarn, Familienangehörige, Ermittler und viele weitere Personen. Auch WOCHENBLATT-Redakteur Thomas Lipinski, der von Anfang an und als erster Reporter über den Fall Schulze berichtet hat, stand den beiden Frauen Rede und Antwort. Wie hat er von dem Verschwinden Kenntnis erhalten? Wieivel Raum hat der Fall redaktionell, aber auch bei ihm persönlich eingenommen? Wie sehr beschäftigt ihn der Fall auch heute noch?
Die mehrteilige Dokumentation soll im Oktober veröffentlicht werden, kostenlos als Podcast. Zudem sind Herms und Steiner noch mit den Sendern NDR und RBB im Gespräch. Die Dauer der Doku soll etwa zwei bis drei Stunden betragen.

Der Fall Schulze

Am 23. Juli 2015 wird die gesamte Familie Schulze aus der Hein-Block-Straße in Drage als vermisst gemeldet. Die Polizei findet im Wohnhaus keine Hinweise auf einen Aufenthaltsort, wohl aber die Geldbörsen der Familie sowie wichtige Papiere. Sofort läuft eine größere Maschenerie mit diversen Suchaktionen an, die aber alle im Sande verlaufen. Auch eine Öffentlichkeits-Fahndung und ein Beitrag in der TV-Sendung "Akzenzeichen xy" bringt keine brauchbaren Hinweise.
Neun Tage nach dem Verschwinden wird Vater Marco Schulze tot aus der Elbe bei Lauenburg gezogen. Die Polizei legt sich schnell fest: Suizid. Mutter Sylvia und Tochter Miriam, die am vergangenen Mittwoch 15 Jahre alt geworden wäre, bleiben bis heute verschwunden.

Lydia Herms (li.) und Johanna Steiner am Elbstrand in Drage, an dem die Polizei auch mehrfach 
nach der Familie gesucht hatte Fotos: thl/archiv Polizei
Gelten als vermisst: Sylvia (re.) und Miriam Schulze
Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

Service

Maskenpflicht!!! Inzidenzwert liegt am 27.11. bei 71,4
Landkreis Stade: 1.000er-Marke bei Corona-Infizierten überschritten

jd. Stade. Die Gesamtzahl der Corona-Infizierten im Landkreis Stade hat am Freitag, 27. November, die 1.000er-Marke überschritten. Seit Beginn der Pandemie sind kreisweit bisher 1.007 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit kommt laut der offiziellen Statistik auf etwas mehr als 200 Landkreis-Bewohner ein Corona-Infizierter. Die Dunkelziffer der Corona-Infizierten dürfte um einiges höher liegen, da viele Fälle gar nicht erkannt werden. Mit dem Verhältnis von 200 zu 1...

Politik
Die benachbarten Landkreise informieren wesentlich ausführlicher über die Corona-Situation

Lachhaft: "Bleiben Sie gut informiert", steht auf der Internetseite
Landkreis Stade hält Corona-Zahlen unter Verschluss

MEINUNGSARTIKEL:  Wer sich auf der Homepage des Landkreises Stade zum Thema Coronavirus informieren will, fand dort bislang die tagesaktuellen Zahlen zum Infektionsgeschehen. Seit Anfang dieser Woche ist das anders: Unter der Überschrift "Aktuelle Lage im Landkreis Stade" steht dort - abgesehen vom Inzidenzwert - das pure Nichts. Doch warum stellt der Landkreis keine eigenen Corona-Daten mehr online und auch nicht der Presse zur Verfügung? Grund soll das Wirrwarr um die Statistik sein:...

Blaulicht
Marie Bremer mit dem angeschossenen "Addi", der 
wahrscheinlich sein linkes Auge verlieren wird

Vorfall in Regesbostel
Wer schoss auf Jack-Russell-Terrier "Addi"?

bim. Regesbostel. Wie gestört muss jemand sein, der so etwas macht? Jack-Russell-Terrier "Addi" wurde am Freitag der Vorwoche (20. November) auf dem umzäunten Grundstück seiner Halter Marie und Norman Bremer in Regesbostel (Samtgemeinde Hollenstedt) ins Auge geschossen. Der zweijährige Rüde spielte gerade mit seiner Jack-Russell-Freundin "Motte" (4) fröhlich im Garten. Die junge Familie ist total geschockt und bangt jetzt um das Augenlicht ihres Lieblings. Für Hinweise, die zur Ergreifung des...

Wirtschaft
Arbeitsüberlastung könnte einer der Gründe sein, dass Bauanträge nicht zügig bearbeitet werden
2 Bilder

Baufirmen und Politiker kritisieren schleppende Bearbeitung von Bauanträgen im Landkreis Stade
Das lange Warten auf die Baugenehmigung

(jd). Dieses Thema ist ein Dauerärgernis für alle Beteiligten: Seit Jahren wird landauf, landab kritisiert, dass sich Bauämter zu viel Zeit lassen bei der Bearbeitung von Bauanträgen. In Einzelfällen verstreicht selbst bei kleineren Bauvorhaben wie etwa der Errichtung eines Einfamilienhauses ein Jahr, bis endlich eine Baugenehmigung vorliegt. Auch Architekten und Bauunternehmen aus dem Landkreis Stade klagen immer wieder über verschleppte Verfahren beim Bauamt des Landkreises. Jetzt hat die...

Service
Apotheker Alexander Stüwe zeigt die Qualitätsmaske, die mit CE und  vierstelliger Zahl zertifiziert ist

Eilgesetz zur Maske auf Rezept / Apotheken sollen die Verteilung übernehmen
Kommt der große Ansturm auf Gratis-Masken?

(sla). In Bremen wurden kürzlich viele Apotheken wegen der kostenlosen Verteilaktion von FFP2-Schutzmasken regelrecht überrannt. Auch der Buxtehuder Apotheker Alexander Stüwe rechnete jetzt mit einem Ansturm. Denn am 19. November wurde das "dritte Bevölkerungsschutzgesetz" verabschiedet, das unter anderem vorsieht, dass Apotheken eine weitere wichtige Rolle in der Pandemie bekommen: Sie sollen Masken kostenlos an Risikogruppen verteilen. "Dies wird über ein Rezept des Hausarztes geschehen",...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen