"Die Stadt Winsen hat geschlafen"

Ärgern sich über die Baupläne auf dem Areal des leerstehenden Gebäudes (v. li.): Heinz-Dieter Müller, Hella und Bruno Boltz, Sabine Rudolph, Ingrid Müller und Georg Gräven
  • Ärgern sich über die Baupläne auf dem Areal des leerstehenden Gebäudes (v. li.): Heinz-Dieter Müller, Hella und Bruno Boltz, Sabine Rudolph, Ingrid Müller und Georg Gräven
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Anwohner der Luhestraße ärgern sich über geplanten Neubau in der Deichstraße/Ecke Luhestraße

thl. Winsen. „Was uns hier vor die Nase gestellt wird, ist einfach nur ein hässlicher Betonklotz, der nicht nur für uns unansehnlich ist, sondern auch das Bild der Altstadt verschandelt.“ Harte Worte finden die Anwohner der Luhestraße für das Neubau-Vorhaben, das in der Deichstraße/Ecke Luhestraße geplant ist und im Herbst mit dem Abriss des jetzigen Gebäudes starten soll.
„Das Haus wird rund 30 Meter in unsere Wohnstraße hereinreichen und aus einem Erdgeschoss sowie drei Obergeschossen bestehen“, sagt Anwohner Georg Gräven. Was ihn besonders ärgert: Er ist zusammen mit seiner Lebensgefährtin Sabine Rudolph erst vor gut zweieinhalb Jahren nach „Lütt Korsika“ - so wird im Volksmund die kleine Luheinsel genannt, auf der Bauvorhaben realisiert werden soll - gezogen. „Jetzt soll neben meinem Haus eine riesige Wand gebaut werden.“ Und: Im Innenhof des neuen Gebäudes sollen Parkplätze entstehen - direkt neben den idyliischen Gärten der Anwohner.
Vor allem die Höhe des geplanten Neubaus finden die Anwohner übertrieben. „Rundherum gibt es höchstens dreigeschossige Gebäude, das neue wird aber viergeschossig“, sagt Hella Boltz. „Dabei wird der seit 1997 geltende Bebauungsplan mit einem Trick umgangen. Das obere Geschoss wird einfach eingerückt, sodass das Haus nach Baurecht nur drei Geschosse hat.“ Am Ende habe das Gebäude trotzdem eine Höhe von 14,50 bis 15,30 Meter. „Da ist wirklich eine massige Optik. Denn die Nebenhäuser sind alle nur zwischen 7,50 und zehn Meter hoch“, so Boltz. „Zumal die Deichstraße sehr eng ist und die Häuser dadurch noch massiver wirken.“ „Wir befürchten, dass dieser Bau kein Einzelfall sein wird, sondern dass es mit dem Abriss der alten Häuser auf dieser Insel in ähnlicher Form weitergeht“, sagen Ingrid und Heinz-Dieter Müller. „Dann geht hier der Altstadt-Charakter verloren.“
Dem Planer und dem Bauherren machen die Altstadtbewohner keine Vorwürfe: „Die reizen aus, was geht. Schuld ist die Stadt, die solche Sachen zulässt, anstatt von ihren Gestaltungsmöglichkeiten Gebrauch zu machen.“ Was sie besonders ärgert: „Wir sind nur durch Zufall auf die Baupläne gestoßen und wurden überhaupt nicht eingebunden“, sagt Georg Gräven und ergänzt: „Wir wurden nach unserer Beschwerde für den 18. Juli zu einem Gespräch ins Rathaus eingeladen. Fünf Tage vor dem Termin wurde aber bereits die Baugenehmigung erteilt.“ Für die Bewohner der Luhestraße ist das eine Farce: „Das passt irgendwie nicht zu dem Konzept 'Winsen 2030', in dem steht, dass alte Häuser geschützt werden sollen. Bleibt zu hoffen, dass die Stadt bei den nächsten Bauanfragen für solche Gebäude besser aufpasst.“

Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

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