Keine Wohnungen, aber schon ein Kriterienkatalog

Wie sollen die KWG-Wohnungen vergeben werden? Mit dieser Frage haben sich jetzt der KWG-Aufsichtsrat und Geschäftsführer Joachim Thurmann (vorn re.) beschäftigt
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  • Foto: Landkreis Harburg
  • hochgeladen von Sascha Mummenhoff

Aufsichtsrat der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft legt Bedingungen fest / Vermietung ab Sommer?

(mum). Noch ist keine einzige Wohnung fertig und lediglich für 19 haben die Arbeiten an zwei Standorten begonnen - die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft (KWG) im Landkreis Harburg schleppt sich eher als Bummelzug und nicht als ICE durchs Tagesgeschäft. Aber immerhin: Die Mitglieder des Aufsichtsrats fanden jetzt Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, wie die Wohnungen vergeben werden sollen. Dem Gremium gehören die beteiligten Bürgermeister, Andreas Sommer (Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Harburg-Buxtehude) und Landrat Rainer Rempe als Vorsitzender an. Komplettiert wurde die Runde durch KWG-Geschäftsführer Joachim Thurmann.
Wohnraum für die Menschen im Landkreis Harburg zu schaffen, denen es immer schwerer fällt, bezahlbare Wohnungen in der Region zu finden - dieser KWG-Grundgedanke spielt auch bei der Wohnungsvergabe die entscheidende Rolle. "Es ist längst nicht mehr so, dass nur Geringverdiener vor dem Problem stehen, dass Mieten ihr Haushaltsbudget übersteigen. Auch immer mehr Bezieher mittlerer Einkommen können sich Wohnungen im Landkreis nicht mehr leisten", sagt Wolfgang Krause, Samtgemeinde-Bürgermeister von Salzhausen.
Natürlich gelte auch für zukünftige Mieter von KWG-Wohnungen: Die Bonität muss gegeben sein. "Auch als kommunale Wohnungsbaugesellschaft müssen wir Mietausfall vorbeugen, wenn wir langfristig solide wirtschaften wollen", sagt Thurmann. "Allerdings wird es bei der Bonität für die KWG keine entscheidende Rolle spielen, ob die Person die Wohnungsmiete selbst erwirtschaftet oder anteilig beziehungsweise komplett auf staatliche Transferleistungen angewiesen ist", betont Rempe.
Ein weiteres Kriterium bei der Vergabe sei die Wohnungsgröße in Bezug auf die Anzahl der künftigen Bewohner. Klares Ziel dabei sei, Unter- oder Überbelegungen zu vermeiden. "Größere Wohnungen mit mehr als zwei Zimmern sollen beispielsweise nicht an Einzelpersonen vermietet werden, sondern an Seniorenhaushalte, Paare, Familien oder Alleinerziehende gehen", erklärt Rempe.
Im Aufsichtsrat besteht außerdem der Wunsch, mit den KWG-Wohnungen Mieter zu erreichen, die einen Bezug zum Landkreis oder zur jeweiligen Gemeinde haben - sei es durch den Arbeitsplatz, Familie oder ehrenamtliches Engagement. "Aber auch der berufsbedingte Umzug kann bei der Wahl der künftigen Mieter eine Rolle spielen", ergänzt Dirk Seidler, Bürgermeister von Rosengarten.
Der Ablauf der Wohnungsvergabe ist ähnlich wie auf dem freien Markt. Wer sich für eine KWG-Wohnung interessiert, kann sich registrieren lassen und wird, sofern die grundsätzlichen Voraussetzungen vorliegen, rechtzeitig vor Fertigstellung der Wohnung zu einer Besichtigung eingeladen. In diesem Rahmen füllen die Interessenten dann einen Mieterbogen aus.
"Die KWG wird bei der Wohnungsvergabe, anders als auf dem freien Markt üblich, die Gesamtsituation der Mieter in den Blick nehmen. Und sie strebt nicht nur zufriedene Mieter an, sondern auch gute Nachbarschaften", sagt Seevetals Bürgermeisterin Martina Oertzen. "Das bildet die Basis für eine solide Bewirtschaftung und wirtschaftlichen Erfolg", ist Geschäftsführer Joachim Thurmann überzeugt. Dazu allerdings muss der KWG-Geschäftsführer mit seinen vier Mitarbeitern entsprechende Wohnungen auch schaffen. Ursprünglich war Thurmann im Herbst 2017 angetreten, innerhalb von nur fünf Jahren 1.000 neue Wohnungen zu schaffen. Dieses Ziel hat er inzwischen deutlich runtergeschraubt - in den kommenden sechs bis sieben Jahren sollen es jetzt 800 Wohnungen sein.

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