Auf ein Wort
Keine Zeit für Flüchtlingsfragen?

Der Landkreis tut sich schwer mit der Beantwortung von Fragen. 

Wie viele Flüchtlinge sind aktuell im Landkreis Harburg registriert? Wie viele Asylbewerber kommen hier in der Woche an? Wie ist die Situation in den Unterkünften? Welche Einrichtungen können geschlossen werden? Und wie läuft es mit der Integration der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt?
Gern hätte das WOCHENBLATT diese Fragen beantwortet. Doch erst am Donnerstag, 6. Februar, 14 Uhr gelang es den insgesamt drei Sprechern der Pressestelle, die entsprechenden Antworten auf die zugegeben umfangreiche Anfrage zu liefern. Zu spät für diese Ausgabe. Dabei lagen die Fragen bereits seit Dienstag, 21. Januar, vor. Gewöhnlich dauert die Beantwortung solcher Fragen wenige Tage.
Statt Antworten gab es Vertröstungen. Mal war jemand erkrankt, dann hatte jemand Urlaub und zum Schluss hieß es lapidar: "Wir machen die Antworten dafür noch rund." Rund läuft es beim Landkreis Harburg offensichtlich nicht.
Dazu zwei Gedanken.
Vielleicht ist dem Landkreis das Thema Flüchtlinge einfach nicht mehr wichtig genug. Als Reaktion auf die sich zuspitzende Flüchtlingssituation rief der Landkreis 2015 die Abteilung "Migration" ins Leben, um die Versorgung und Unterbringung von Flüchtlingen noch effektiver zu koordinieren. An ihrer Spitze stand mit Thorsten Völker ein erfahrener Verwaltungsmann. Doch Völker wurde im vorigen Sommer zum Leiter der Abteilung Veterinärdienst ernannt. Nach zunehmender Kritik an der bisherigen Leiterin Dr. Astrid Krüger wurde sie durch Völker ersetzt. Die Leitung der Abteilung "Migration" übernahm Ana Cristina Bröcking - zuletzt Mitarbeiterin in der Rechtsabteilung. Bröcking ist inzwischen in Elternzeit. Die Abteilung führungslos? Die Arbeit werde aufgeteilt, heißt es seitens des Landkreises. Vielleicht sind die vielen Rochaden der Grund für die "sprachlose" Verwaltung? Fakt ist zumindest, dass sich das Personalkarussell kräftig dreht.
Der zweite Gedanke: Vielleicht handelt es sich bei der stummen Pressestelle auch einfach nur um eine Retourkutsche. Es wäre zwar menschlich, wenn dem Landkreis die zuletzt kritische Berichterstattung zum Thema "Logo-Relaunch" (Landrat Rainer Rempe möchte mehr als 335.000 Euro für ein neues Design ausgeben) nicht schmeckte und deswegen die Beantwortung herausgezögert wird. Allerdings würde das nicht für eine professionelle Berufsauffassung sprechen.
Sascha Mummenhoff

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