Luhe wird Landschaftsschutzgebiet

Der Landkreis Harburg plant den Naturschutz an der Luhe
(hier bei Winsen) mit drei Schutzgebietsverfahren
  • Der Landkreis Harburg plant den Naturschutz an der Luhe
    (hier bei Winsen) mit drei Schutzgebietsverfahren
  • Foto: Landkreis Harburg
  • hochgeladen von Sascha Mummenhoff

Betroffen sind 647 Hektar von der Kreisgrenze in Putensen bis zur Ilmenau-Luhe-Niederung in Winsen. 

(mum). Die Kreisstadt Winsen trägt sie im Namen und sie ist Lebensraum zahlreicher gefährdeter Tier- und Pflanzenarten: die Luhe. Eingebettet in eine von Feuchtwäldern und Grünländern geprägte Auenlandschaft sind sie und ihre Nebenbäche Bestandteile des europäischen Schutzgebietsnetzes "Natura 2000". Entlang der Gewässerläufe finden sich in der Luheniederung wertvolle Buchen- und Eichenwälder, die europaweit vom Verschwinden bedroht sind. Auch die Grünland-, Heide- und Moorgebiete besitzen vielfach eine europarechtliche Bedeutung.
Insgesamt 35 "Rote Liste"-Arten sind an der Luhe zu Hause. Darunter die zwei als stark gefährdet eingestuften Orchideen "Vogel-Nestwurz" und "Grünliche-Waldhyazinthe". Außer dieser hohen Bedeutung für den Pflanzenartenschutz ist die Luhe aber vor allem wegen ihres Bach- und Flussauensystems in das europäische Schutzgebietsnetz aufgenommen worden.
Der Landkreis Harburg plant dieses Gebiet nun als Landschaftsschutzgebiet zu schützen. Das vorgesehene Gebiet hat eine Größe von knapp 647 Hektar und erstreckt sich von der Kreisgrenze in Putensen bis zur Ilmenau-Luhe-Niederung in Winsen. Mit eingeschlossen sind der knapp 26 Kilometer lange Luhelauf sowie die in ihr einmündenden Bäche, wie Nordbach, Aubach und Pferdebach.
Der Verordnungsentwurf für das Landschaftsschutzgebiet "Luhe und Nebengewässer", so der offizielle Name, liegt vom 10. Februar bis 9. April bei der Stadt Winsen und der Samtgemeinde Salzhausen öffentlich aus. Im Internet kann der Entwurf unter www.landkreis-harburg.de/lsgluhe eingesehen werden. Anregungen und Bedenken können direkt bei der Naturschutzbehörde per E-Mail (naturschutzgebiete@lkharburg.de) abgegeben werden.
Die Luhe und ihre Nebengewässer liegen im europäischen Fauna-Flora-Habitat-(FFH-)Gebiet 212 "Gewässersystem der Luhe und unteren Neetze" mit einer Gesamtgröße von 2.479 Hektar, das sich über vier Landkreise erstreckt. Auch die 2014 unter Naturschutz gestellte "Ilmenau-Luhe-Niederung" ist Bestandteil dieses "Natura 2000"-Gebietes, ebenso wie die 1987 ausgewiesenen Naturschutzgebiete "Bahlburger Bruch" und "Laßbrook". Bei diesen beiden über 30 Jahre alten Gebieten müssen die Verordnungen an die Vorgaben der FFH-Richtlinie angepasst werden. Die Verordnungsentwürfe liegen ebenfalls ab dem 10. Februar öffentlich aus. Informationen dazu gibt es unter www.landkreis-harburg.de/nsgbahlburgerbruch und www.landkreis-harburg.de/nsglassbrook.
Die Naturschutzbehörde plant zum Auftakt des Beteiligungsverfahrens eine öffentliche Informationsveranstaltung. Wann und wo diese stattfinden wird, wird in Kürze bekannt gegeben.

"Natura 2000" der Europäischen Union
Die Luhe ist eines der 14 so genannten Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiete (FFH-Gebiete), die der Landkreis Harburg im Zuge des Programms "Natura 2000" der Europäischen Union unter besonderen Schutz stellt. "Natura 2000" ist ein zusammenhängendes, länderübergreifendes ökologisches Netz von Schutzgebieten in Europa, um natürliche und naturnahe Lebensräume sowie gefährdete wildlebende Tiere und Pflanzen zu schützen und zu erhalten. Die Europäische Gemeinschaft hat im Mai 1992 einstimmig den Beschluss für die Verbesserung der gemeinschaftlichen Naturschutzpolitik gefasst. Grundlage des Netzes "Natura 2000" ist die sogenannte FFH-Richtlinie. Das Kürzel FFH steht für Fauna (Tierwelt), Flora (Pflanzenwelt), Habitat (Lebensraum bestimmter Tier- und Pflanzenarten). Zentrale Bestimmung der FFH-Richtlinie ist: Jeder Mitgliedstaat muss Gebiete benennen, erhalten und gegebenenfalls entwickeln, die für gefährdete Lebensräume und Arten wichtig sind.
Im Landkreis Harburg umfassen die "Natura 2000"-Flächen rund 16.256 Hektar und damit rund 13 Prozent der Kreisfläche.
• www.landkreis-harburg.de/natura2000.

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