Hilfe für gefährdete Wiesenvögel
Neues Kiebitzschutzprogramm im Landkreis Harburg

Die niedlichen Kiebitzküken sind Nestflüchter. Nach dem Schlupf sind sie schon weit entwickelt und weitestgehend selbstständig
  • Die niedlichen Kiebitzküken sind Nestflüchter. Nach dem Schlupf sind sie schon weit entwickelt und weitestgehend selbstständig
  • Foto: Wiebke Harneit
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(as). Seine abstehende Federholle am Hinterkopf und sein typischer Ruf machen ihn unverkennbar, sehen und hören kann man ihn aber immer seltener: Die Bestände des Kiebitzes in Deutschland sind in den letzten Jahren um fast 90 Prozent geschrumpft, der Vogel gilt als stark gefährdet. Auch im Landkreis Harburg gingen die Bestände drastisch zurück.

Kiebitzbestände können sich nicht mehr erholen
Ein Grund: Der etwa taubengroße Bodenbrüter konnte sich nicht an die immer intensivere Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen anpassen. Frühe Mahdtermine, mechanische Flächenbearbeitung und Pestizideinsatz machen es den Kiebitzen schwer, ihre Brut und Jungenaufzucht erfolgreich zu beenden. Inzwischen sind die jährlichen Verluste an Gelegen und Küken so groß, dass sich die Kiebitzbestände nicht mehr von alleine erholen können.

Dank neuem Schutzprogramm Nachwuchs von 14 Kiebitzbrutpaaren gerettet
Die Untere Naturschutzbehörde (UNB) im Landkreis Harburg hat deshalb in diesem Jahr ein eigenes Schutzprogramm gestartet – mit Erfolg: Auf rund 22 Hektar Fläche bei Oldershausen und Fahrenholz in der Elbmarsch konnten die Eier und Jungvögel von insgesamt 14 Kiebitzbrutpaaren gerettet werden.

Aufwendige Schutzmaßnahmen
Der Kiebitzschutz ist ziemlich aufwendig. Eine von der UNB beauftragte Ornithologin beobachtet die Kiebitzpaare und registriert, wo ihre Nester liegen. Dann werden die Bewirtschafter der Flächen aufgesucht und gemeinsam eine Strategie entwickelt, wie die Zerstörung der Eier vermieden oder das Überleben der bereits geschlüpften Küken gesichert werden kann. So können Teilflächen für den Zeitraum der Jungenaufzucht ganz aus der Bewirtschaftung genommen werden, Mahdtermine werden verschoben oder die Küken werden vor dem Maschineneinsatz kurzzeitig aufgesammelt und später wieder an gleicher Stelle ausgesetzt. Ihren freiwilligen Naturschutzbeitrag und den damit verbundenen Mehraufwand oder die Ertragseinbußen können sich die Landwirte dann im Gegenzug von der UNB finanziell honorieren lassen.

Positive Resonanz
„Die Resonanz bei den Landwirten war erfreulich positiv“, zieht Armin Hirt von der UNB eine erste Bilanz. „Wir hoffen, dass sich der Kiebitzschutz zukünftig etabliert und jedes Jahr mehr Küken gut über den Frühling kommen, die dann im Jahr darauf selber im Landkreis Harburg brüten.“

Autor:

Anke Settekorn aus Rosengarten

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