Riesen-Wahlplakat fällt auf Auto

Vor ihrer zerbeulten Motorhaube: Autofahrerin Ingrid Kramp
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Ingrid Kramp hatte "stürmische" Begegnung mit Politik

ce. Tangendorf. "Auch wenn der Schaden nun reguliert werden kann, bin ich ein wenig enttäuscht. Ich habe nämlich nicht durch die Beteiligten oder Helfer, sondern nur durch Zufall erfahren, wie mein Auto beschädigt wurde." Das sagt Ingrid Kramp (80) aus dem Heideort Tangendorf (Landkreis Harburg) nach einer unschönen "Begegnung" mit einem Wahlplakat.
Das war passiert: Ingrid Kramp musste kürzlich zu ihrem Arzt in Jesteburg und stellte ihren Ford B-Max bei stürmischem Wetter auf einem nahen Parkplatz ab. Während sie in der Arztpraxis weilte, riss der Sturm ein etwa 2 mal 2 Meter großes Wahlplakat der FDP aus seiner Verankerung an einer Böschung, sodass dieses auf die Motorhaube des Ford prallte. Erhebliche Lackschäden und Beulen waren die Folge. 
Als Ingrid Kramp zu ihrem Wagen zurückkehrte, wurde sie von Anwohnern, die das Geschehen beobachtet hatten, informiert. Eine Zeugin hatte die Polizei benachrichtigt, die daraufhin vermutlich Straßenwacht-Mitarbeiter schickte, die das Plakat am Rande des Parkplatzes ablegten. "Weder die Polizei noch die Straßenwacht haben eine Nachricht an meinem Auto hinterlassen, warum und wie dieses beschädigt wurde", ärgert sich Ingrid Kramp im Gespräch mit dem WOCHENBLATT.
Die Seniorin rief daraufhin bei der Polizei an, die sich wegen des Vorfalls wiederum mit dem Jesteburger FDP-Ratsherrn Philipp-Alexander Wagner in Verbindung setzte. Kurz darauf meldete sich Wagner bei Ingrid Kramp und kündigte an, dass der Autoschaden von rund 800 Euro voraussichtlich durch die mit der Plakataufstellung beauftragte Bochumer Firma Wahlkampf-Werbung Wesselmann reguliert würde. Die Versicherung lehnte eine Zahlung jedoch ab, da der Schaden nicht durch einen "Verursacher" entstanden, sondern "auf Naturgewalt zurückzuführen" sei. Ingrid Kramps Versicherung, die VGH, erklärte sich dagegen bereit zur Teilkasko-Schadensregulierung. Und auch auf dem Selbstkostenanteil von 150 Euro blieb die Geschädigte nicht sitzen. Philipp-Alexander Wagner und der FDP-Landesverband vereinbarten schließlich mit dem Wahlwerbungs-Unternehmen, dass dieses die 150 Euro übernahm. Wagner verlieh in einem Schreiben an Ingrid Kramp seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Angelegenheit "zu ihrer Zufriedenheit abgeschlossen" sei. "Ich würde mir wünschen, dass mehr Menschen, die eine Sachbeschädigung in der Öffentlichkeit verursachen oder beobachten, den Anstand haben, den Leidtragenden zu informieren", betont Ingrid Kramp. "Ihm bleiben dann umständliche Telefonate erspart, um die Wahrheit herauszufinden."

- Das sagt die Versicherung zu "stürmischen" Schäden:
(ce). "Sturmschäden, die - wie in diesem Fall - durch umstürzende Plakate oder Äste an Autos entstehen, werden durch die Teilkasko-Versicherung abgedeckt", sagt Claudia Teich von der Bochumer Allianz, bei der die Firma Wahlkampf-Werbung Wesselmann versichert ist, auf WOCHENBLATT-Anfrage. "Schäden an Zäunen oder Häusern, die infolge kräftiger Windstärken verursacht werden, deckt die Gebäudeversicherung ab."

- Die Wahl ist vorbei, das Plakat noch da:
Einige Parteien haben womöglich noch nicht bemerkt, dass die Landtagswahl längst gelaufen ist. Anders ist es kaum zu erklären, dass beispielsweise CDU-Landtagsabgeordneter Heiner Schönecke auf einem Wahlplakat in Kakenstorf immer noch um Wählerstimmen wirbt...

Autor:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

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