Stirbt das Ehrenamt aus?
Stadt bekommt immer weniger Vorschläge für Luhe- und des Juniorkiesel

Mit Dietrich Hölscher (2. v. li.), Petra El Tawil und Herbert Bunk (2. v. re.) wurden in diesem Jahr nur drei Ehrenamtliche von Bürgermeister André Wiese (re.) und seinem Vertreter Heinrich Schröder ausgezeichnet. Ob es im kommenden Jahr mehr Preisträger geben wird, ist derzeit zweifelhaft   Foto: thl
  • Mit Dietrich Hölscher (2. v. li.), Petra El Tawil und Herbert Bunk (2. v. re.) wurden in diesem Jahr nur drei Ehrenamtliche von Bürgermeister André Wiese (re.) und seinem Vertreter Heinrich Schröder ausgezeichnet. Ob es im kommenden Jahr mehr Preisträger geben wird, ist derzeit zweifelhaft Foto: thl
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thl. Winsen. Mit der Verleihung des Luhekiesels würdigt die Stadt Winsen seit dem Jahr 2000 besondere ehrenamtliche Leistungen von Bürgern in Vereinen und Verbänden oder für das Allgemeinwohl. Für junge Leute, die sich engagieren, hat die Stadt 2009 den Juniorkiesel ins Leben gerufen. Er soll an Ehrenamtliche bis zum 27. Lebensjahr verliehen werden. In den Richtlinien beider Ehrenamtspreise steht, dass der Luhekiesel pro Jahr an bis zu fünf und der Juniorkiesel an bis zu zwei Personen verliehen werden soll.
Und genau dort ist der Knackpunkt: Denn der Stadt gehen die Vorschläge aus. In diesem Jahr gab es beim Luhekiesel "nur" noch drei Preisträger. Der Juniorkiesel wurde mangels Vorschlägen überhaupt nicht verliehen.
"Dass wir nur drei Ehrenamtliche mit dem Luhekiesel ausgezeichnet haben, ist nicht ungewöhnlich. Das gab es in anderen Jahren auch bereits", beschwichtigt Stadtsprecher Theodor Peters. Aber er räumt auch ein, dass die Vorschlagsliste kürzer wird. In der Tat: Wie das WOCHENBLATT aus gewöhnlich gut unterrichteter Quelle erfuhr, gab es in den Jahren zuvor immer "Rückstellungen" von Preisträgern, weil es einfach zu viele Vorschläge gab. Auch wenn die Stadt davon angeblich nichts wissen will. Als Grund für den Rückgang sieht Peters u.a., "dass bisher oft und gerne langjährig Engagierte vorgeschlagen und ausgewählt wurden und dieser Personenkreis nicht so schnell 'nachwächst', wie die Ehrungen Jahr für Jahr erfolgen".
Dass das Ehrenamt am "Aussterben" ist, glaubt Peters nicht. Auch nicht bei jungen Leuten. "Nach unserem Eindruck gibt es unverändert viele junge Leute, die sich in den unterschiedlichsten Bereichen engagieren. Und unter ihnen sind zweifellos auch welche, die sich für eine Ehrung und damit als Vorbild für andere eignen", so der Stadtsprecher. "Vielleicht sind wir aber mit unserem Verfahren, das sich stark an die Luhekiesel-Verleihung anlehnt, nicht altersgerecht und zeitgemäß unterwegs. Wie wir das ändern können, überlegen wir seit einiger Zeit."
• Wer eine Person für die Ehrung mit dem Luhe- oder Juniorkiesel vorschlagen möchte, kann den Vorschlag, möglichst mit einem Lebenslauf der betreffenden Person und Auskunft über die Art, den Umfang und die Dauer der Tätigkeit, aufgrund derer die Ehrung erfolgen soll, im Rathaus einreichen.

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