Stöckte: Geplante Vollsperrung des Ilmenau-Sperrwerks bereitet Hafen–Betreibern Kopfzerbrechen
Werden im Hafen bald die Segel gestrichen?

Das Ilmenau–Sperrwerk
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bs. Winsen/Stöckte. "Bei allem Verständnis, das wir für die notwendige Instandsetzung des Ilmenau-Sperrwerks haben, ist, meines Erachtens, vor allem der Zeitraum in dieser Corona-bedingt wirtschaftlich sehr angespannten Situation, absolut nicht verhältnismäßig", sagt jetzt Ole Grigoleit, Betreiber des Yachthafen Ilmenau.
Grund der Besorgnis sind die seit August vergangenen Jahres andauernden Bauarbeiten zur Erhöhung und Grundinstandsetzung des Ilmenau-Sperrwerks in Hoopte (das WOCHENBLATT berichtete), die im kommenden Jahr eine rund sechsmonatige Vollsperrung des Werkbetriebes erfordern und den Ilmenau-Elbe Verkehr damit für diese Zeit komplett lahmlegen.
Besonders hart für alle Beteiligten: Die Bauarbeiten sind für die gesamte Hauptsaison, also von April bis September 2022, angesetzt. Darüber hinaus sind bereits in diesem Jahr mehrere, kurzzeitige Sperrungen vorgesehen, die den Bootsbetrieb ebenfalls erheblich einschränken.
Ein herber Rückschlag den kleinen Yachthafen. "Selbst von unseren loyalsten Liegeplatzkunden können wir nicht erwarten, dass sie ihren Liegeplatz bei uns beibehalten, wenn sie ihn in diesem Jahr kaum und 2022 gar nicht mehr nutzen können", fasst es Ole Grigoleit zusammen.
Auch für den ebenfalls betroffenen BCO (Bootsclub-Oberelbe) sind die geplanten Maßnahmen alles andere als erfreulich. "Uns gehen durch die Sperrungen vor allem die Einnahmen durch unsere Gäste- und Tageslieger verloren. Daneben besteht natürlich die Gefahr, dass sich Mitglieder und Gäste dauerhaft umorientieren und auch nach der Sperrung nicht zu uns zurückkehren", so der Vize-Vorsitzende Sascha vom BCO.
Stefan Löhn vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz erklärt den, für Bootsbesitzer und Hafenbetreiber ungünstigen Zeitraum der Baumaßnahmen, wie folgt. "Für die im Jahr 2022 geplante Erneuerung der Stemmtore sind umfangreiche Anpassungen des Massivbaus am Sperrwerk erforderlich.( ...) Für die Durchführung dieser Arbeiten steht uns aus hydrologischen Gründen und aus Gründen der Sturmflut Sicherheit nur das Sommerhalbjahr zur Verfügung."
Die vierköpfige Familie Grigoleit, die den kleinen Yachthafen Ilmenau 2014 gekauft und seither erfolgreich ausgebaut hatte, war aufgrund ihrer Hausboote bundesweit in den Medien. Mit ihrer erfolgreichen Idee der Hausbootvermietung hatte die Familie in den vergangenen Jahren etliche Gäste aus dem In- und Ausland nach Winsen gelockt. "Jeder, der sich etwas mit Sportbootplätzen auskennt, weiß, dass man davon nicht leben kann. Mit der Ferienvermietung haben wir uns ein zweites Standbein aufgebaut. Aufgrund der strengen Corona-Maßnahmen hatten wir im letzten Jahr aber massive Einbußen", so Ole Grigoleit weiter. "Und durch die Ungewissheit, wie es zukünftig weitergeht, bleiben eben auch die Buchungen für 2021 fast komplett aus. Die Sperrung des Werkes kommt also wirklich zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt für unseren kleinen Familien-Betrieb."

Das Ilmenau–Sperrwerk
Ole Grigoleit
Autor:

Sara Buchheister aus Winsen

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