"Willkommen auf Deutsch" und die Folgen: Co-Regisseur Hauke Wendler über das Echo auf den Film zur Flüchtlingsproblematik

Bei Dreharbeiten zu "Willkommen auf Deutsch": Hauke Wendler (li.) und das Filmteam
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ce. Landkreis. Deutschlandweit in Kinos, Gemeindesälen und kürzlich auch im Fernsehen: Der mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilm "Willkommen auf Deutsch" von Hauke Wendler und Carsten Rau, der die Ankunft von Flüchtlingen in Appel und Tespe (Kreis Harburg) und die unterschiedlichen Reaktionen der Nachbarn schildert, sorgt seit seinem Start im März überall für Gesprächsstoff. Hauke Wendler beschreibt im Interview mit WOCHENBLATT-Redakteur Christoph Ehlermann das Echo, das der Film auslöste, nimmt Stellung zur Flüchtlingsproblematik und blickt auf den Stand der Dinge bei den Asylverfahren der gezeigten Personen.
WOCHENBLATT: Herr Wendler, hätten Sie geahnt, dass Ihr Film für soviel Furore und Diskussionen sorgt?
Hauke Wendler: Dass der Film in mehr als 170 Kinos laufen und mit fast 1,1 Millionen Zuschauern so erfolgreich in der ARD sein würde, konnte natürlich niemand ahnen. Aber dass dieses Thema uns alle und auch dieses Land als Ganzes extrem fordert, das war uns schon bei den Dreharbeiten Ende 2013 klar. Von daher finde ich es umso bedauerlicher, dass die Politik sich bei diesem Thema einmal mehr viel zu lange weggeduckt hat.
WOCHENBLATT: Wie haben die in der Dokumentation gezeigten Vertreter der Kreisverwaltung und der Gemeinden Appel und Tespe, die Flüchtlinge und die Personen, die sich um die Asylbewerber kümmern, auf den Film reagiert?
Wendler: Wir haben auf den Film fast ausnahmslos positive bis sehr positive Rückmeldungen seitens der Beteiligten und der Mitwirkenden erhalten. Das war für uns umso erfreulicher, weil solche Filmarbeiten ja von allen Beteiligten einen großen Vertrauensvorschuss erfordern. Aber ich denke, das zeigt auch, dass es heute viele Menschen gibt, die sich zu diesem Thema austauschen möchten.
WOCHENBLATT: Haben Sie gehofft, mit ihrem Film etwas in der Flüchtlingspolitik im Landkreis bewegen zu können?
Wendler: Es ging bei diesem Filmprojekt nicht in erster Linie darum, den Landkreis Harburg und seine Verwaltung im Detail zu kritisieren. Vielmehr wollten wir bundesweite Probleme an diesem Beispiel aufzeigen und mittels einer Langzeitbeobachtung besser verdeutlichen. Dass sich daran kurzfristig etwas ändert, ist illusorisch. Dafür müsste die Politik sich dem Problem erstmal viel nachhaltiger widmen und nicht nur an der Oberfläche akutes Krisenmanagement betreiben.
WOCHENBLATT: Wissen Sie etwas über das derzeitige Schicksal der gezeigten Flüchtlinge in Appel und Tespe?
Wendler: Alle beteiligten Flüchtlinge warten seit dem Ende der Dreharbeiten, also seit mehr als einem Jahr, weiter auf eine Entscheidung über ihre Asylanträge. Das ist für alle ein unglaublicher Stress, der sie auch psychisch schwer belastet. Das muss sich dringend ändern, und da ist vor allem die Politik auf Bundesebene gefordert.
WOCHENBLATT: Wird es eine Fortsetzung von "Willkommen auf Deutsch" geben?
Wendler: Nein, aber wir arbeiten bereits an einem neuen Dokumentarfilm, der sich das Thema von einer ganz anderen Seite aus anschauen wird. Allerdings werden wir diesen Film nur als Produzenten betreuen. Nach zehn Jahren Autorenarbeit zu diesem Thema brauchen wir da etwas Abstand. Das sind ja jedes Mal auch sehr fordernde und tragische Geschichten.
WOCHENBLATT: Herr Wendler, vielen Dank für das Gespräch.

Bei Dreharbeiten zu "Willkommen auf Deutsch": Hauke Wendler (li.) und das Filmteam
Wird im Film auch geschildert: das Schicksal von Larisa (re.) und ihrer sechsköpfigen Familie aus Tschetschenien
Autor:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

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