Winsen: Bürger wollen die autofreie City

In der Marktstraße fahren täglich rund 2.000 Fahrzeuge
  • In der Marktstraße fahren täglich rund 2.000 Fahrzeuge
  • Foto: thl
  • hochgeladen von Thomas Lipinski

WOCHENBLATT-Leser äußern sich positiv zum Vorstoß der SPD

thl. Winsen. "Bloß keine autofreie City!!! Das wäre eine schreckliche Vorstellung und für uns eine Überlegung, zurück nach Hamburg zu ziehen." Deutliche Worte finden Dr. Beate Jocham, Dr. Udo Vehlies, Karin Schulze, Dr. Stephan und Sandra Henke zu den Plänen der SPD, in Winsen die Autos aus der Stadt zu verbannen, um so mehr Aufenthaltsqaulität für die Bürger zu schaffen.
Allerdings stehen die fünf Winsener mit ihrer Meinung so ziemlich alleine da. Das WOCHENBLATT hatte seine Leser gefragt, was sie zu dem Vorstoß der Sozialdemokraten halten. Ergebnis: Fast alle finden die Idee gut. "Natürlich gehört die Zukunft den autofreien Städten, das haben andere Städte längst begriffen und sind damit erfolgreich. Lüneburg, Buxtehude mit den Kanälen in der Innenstadt und Stade haben es vorgemacht: die Innenstädte sind autofrei! Alle drei Städte bieten innenstadtnahe Parkplätze an und laden mit ihren vielen kleinen Geschäften und Cafés und Restaurant zum Bummeln und Verweilen ein. Wer mal dort war, schätzt dieses Flair", sagt z.B. Leserin Olga Bock und rät: "Ziel muss es also sein, die Attraktivität Winsens und seiner Geschäfte zu erhöhen, indem man den Autoverkehr aus der Innenstadt raus hält. Winsen muss mit dem Projekt 2030 endlich mal nachhaltig Zukunft gestalten."
Hans Dittmer: "Die Idee ist nicht schlecht, aber nur Autos ausperren reicht nicht. Die Kunden aus dem Nahbereich kommen in der Regel ohne Auto, d. h. zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Aktuell werden aber einige mögliche Kunden aus dem Nahbereich dadurch abgehalten, da sie sich vom Autoverkehr beeinträchtigt fühlen und dadurch die Aufenthaltsqualität nicht optimal ist. Die Erreichbarkeit mit dem Fahrrad ist wegen der teilweisen schlechten Radinfrastruktur und fehlender sicherer Abstellplätze nicht komfortabel. Leider denken immer noch viele Einzelhändler, dass der Kunde mit dem Auto mehr einkauft. Doch das ist ein Trugschluss."
Ralf S.: "Der Autoverkehr sollte auf jeden Fall aus der City raus. Warum fahre ich denn gerne nach Hamburg oder noch lieber nach Lüneburg. Na klar, dort habe ich die Fußgängerzonen und dazu noch eine gute Auswahl an Einzelhändler. In Winsen stimmt halt das Sortiment auch nicht. Optiker, Banken, Bäcker locken in der Masse keine Kunden in die Stadt."
Gerhard Pahl: "In Winsen kann man problemlos (fast) alle Einkäufe zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigen. Und wir würden auch alles, was wir benötigen, vor Ort einkaufen. Das Problem ist allerdings, dass überall dasselbe angeboten wird. Hatte Winsen vor Jahren noch Fachgeschäfte mit Alleinstellungsmerkmal, so beschränkt sich das Angebot mittlerweile auf Handelsketten und Billig-Läden, die in jeder Provinzstadt vertreten sind. Fair produzierte und gehandelte Kleidung z.B. Fehlanzeige, wie vieles andere auch. Das Problem der Geschäftsleute ist also aus meiner Sicht nicht das des Autoverkehrs, dessen Fehlen die Innenstadt nur aufwerten könnte."
Annegret Jorczik: "Als Anwohnerin der Rathausstraße spreche ich mich ganz eindeutig für eine autofreie City aus. Auch so wird das Durchfahrtsverbot häufig genug missachtet, weil der Weg zum Geldautomaten besonders nachts für einige Rücksichtslose viel zu weit erscheint, so dass meine Nachtruhe gerne mal gestört wird."

Dann aber mit allen Konsequenzen - ein Kommentar
Die WOCHENBLATT-Leser wollen eine autofreie Innenstadt haben. Nun gut. Dann muss die Sache aber auch mit allen Konsequenzen durchgesetzt werden.
Das heißt z.B. eine bessere Busanbindung, ein vielfältiges attraktives Angebot an und in den Geschäften und natürlich die komplette Aussperrung des Verkehrs. Soll heißen: Auch Anwohner und Arbeitnehmer dürfen nicht mehr mit dem Auto in die Stadt, vor allem nicht in die Rathausstraße. Wenn das alles, was in anderen autofreien Innenstädten Usus ist, hier auch zum Tragen kommt, dann das vielleicht wirklich funktionieren und die Kunden zum lokalen Einkaufen animieren.

Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

Panorama

Zahlen vom 25. November
Corona im Landkreis Harburg: Mehr Genesene als Neuinfizierte

os. Winsen. Seit vergangenem Donnerstag haben im Landkreis Harburg an jedem Tag mehr Menschen ihre COVID-19-Erkrankung überstanden als sich neu infiziert haben. Am heutigen Mittwoch, 25. November, nannte Landkreissprecherin Katja Bendig folgende Zahlen: Seit Ausbruch der Pandemie sind insgesamt 1.928 Corona-Fälle bestätigt worden - ein Plus von 28 im Vergleich zum Vortag. Die Zahl der Genesenen lag bei 1.648 (plus 49), 33 Menschen sind bislang mit oder an dem Coronavirus verstorben. Daraus...

Panorama
Behcet Kitay (3. v. li.) mit Söhnen, seiner Tochter Awasin und Kangal "Keles"

Nachbarschaftsstreit
Die Halter des Kangal in Hittfeld: "Jetzt reden wir"

ts. Hittfeld. Der Streit um die Haltung eines Kangals in Hittfeld beschäftigt seit Monaten die Gemeindeverwaltung, das Kreisveterinäramt, manchmal die Polizei, aber vor allem die Nachbarn, die Halter des Anatolischen Hirtenhunds selbst - und die Leser, wie ungewöhnlich hohe Zugriffe auf den WOCHENBLATT-Artikel im Internet zeigen. Nach unserem Bericht von vergangenem Mittwoch äußern sich die Halter des Kangals im Gespräch mit WOCHENBLATT-Redakteur Thomas Sulzyc und im Beisein von Kangal...

Panorama
Mit diesen Affen fordern Tierschützer am LPT den Stopp von Tierversuchen
5 Bilder

Neuigkeiten vom LPT-Standort Mienenbüttel
Von der Tierqualstätte zum Tierschutzzentrum?

bim. Mienenbüttel. Ist das jetzt die Wandlung von der Tierqualstätte zu einer Tierschutzeinrichtung? Oder der Versuch, das Laboratory of Pharmacology and Toxicology (LPT) am Standort in Mienenbüttel aus den Negativ-Schlagzeilen zu bringen und als Vorzeigestandort zu etablieren, um von den Tierquälereien an den LPT-Standorten in Hamburg-Neugraben und Löhndorf (Schleswig-Holstein) abzulenken? "Auf dem ehemaligem Laborgelände entsteht ein Tierschutzzentrum", verkündet das LPT-Presseteam in einer...

Panorama
Bei der Auktion "ebbes-ersteigern.de" gibt es mit etwas Glück Mega-Reiseangebote zur Hälfte des Preises

Mega-Auktion rund um Urlaub, Reisen und Freizeit läuft nicht mehr lange
Reiseschnäppchen mit "ebbes-ersteigern.de" entdecken und noch bis zum 30.11. mietbieten

Mit der neuen Auktion ebbes-ersteigern.de gibt es auch in dieser Zeit tolle Möglichkeiten, "mal rauszukommen", sich zu erholen und sich etwas zu gönnen. Denn "ebbes-ersteigern.de" bietet vom 14. bis 30. November 2020 jede Menge attraktive Reiseschnäppchen. "Ebbes" ist schwäbisch und heißt im Hochdeutsch "etwas". Also warum nicht mal "etwas" ersteigern! "Diese Plattform könnte zu keinem besseren Zeitpunkt kommen", sagt Stephan Schrader, Geschäftsführer des WOCHENBLATT, das die Auktion mit ins...

Blaulicht

Vorläufige Festnahme gefilmt
"Gewalt"-Video soll Polizei in Misskredit bringen

tk. Buxtehude. Dieser "Film" wird für den Kameramann" und den "Hauptdarsteller" Folgen haben: In Netz kursiert ein kurzer Streifen, der eine Festnahme in Buxtehude zeigt. Zu sehen ist, wie zuerst zwei und später mehrere Polizeibeamte versuchen, einen Mann am Boden festzuhalten, der  heftige Gegenwehr leistet. Der eingeblendete Text "ACAB Polizei Buxtehude" - die Buchstaben stehen für "All Cops Are Bastards" - soll vermutlich deutlich machen, dass es sich bei der Szene um ungerechtfertigte oder...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen