Winsen hat wieder eine Chance für den Radverkehr verpasst

Als gebürtigem Niederländer liegt Jan-Luc Hornstra das Fahrradfahren im Blut. Jetzt hat er den Radverkehr in Winsen unter die Lupe genommen, wie z.B. hier am Tönnhäuser Weg   Foto: thl
  • Als gebürtigem Niederländer liegt Jan-Luc Hornstra das Fahrradfahren im Blut. Jetzt hat er den Radverkehr in Winsen unter die Lupe genommen, wie z.B. hier am Tönnhäuser Weg Foto: thl
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thl. Winsen. "Hoffentlich wird das Jahr 2021 ein besseres Jahr für die Radfahrer in Winsen", sagt Jan-Luc Hornstra. Als gebürtiger Niederländer kommt er sozusagen aus dem "Mutterland des Radverkehrs" und hat jetzt in seiner Wahlheimat den Radverkehr unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist für die Stadtväter ein Schlag ins Gesicht.
Hintergrund: Im Jahre 2010 wurde das erste Radverkehrskonzept für die Stadt Winsen präsentiert. Zehn Jahre später wurde für etwa 170.000 Euro ein zweites Radwegekonzept erstellt - mit überwiegend den gleichen Verbesserungsvorschlägen. Allerdings wurden die wesentlichen Maßnahmen vom ersten Konzept nicht umgesetzt - außer überfällige Fahrbahn-Oberflächenverbesserungen, Markierungen und Verkehrsschilderberichtigungen, so bestätigt der zweite Bericht.
"In zehn Jahren wurden unter zwei Bürgermeistern zwei Radkonzepte angefertigt, denn Winsen nennt sich gerne die Stadt der kurzen Alltagsradwege, aber wie kann es aber sein, dass die Stadtverwaltung so planlos wirkt in Zeiten der Klima-Diskussion und Mobilitätswende?", fragt Hornstra. "Wie kann es sein, dass die Winsener Radfahrer sogar auf frisch renovierten Straßen, wie zuletzt dem Tönnhäuser Weg, weiterhin nach sicheren Radwegen suchen müssen?"
Im vergangenen Herbst wurde der Tönnhäuser Weg (L217) aufwendig saniert (das WOCHENBLATT berichtete). "Das Problem mit Landesstraßen in Stadtgebieten ist die geteilte Verantwortung zwischen den Baulastträgern", weiß Hornstra. "Das niedersächsische Straßengesetz legt für Landesstraßen fest, dass dem Land die Straßenbaulast für die Ortsdurchfahrten obliegt und der Stadt die Baulast für Gehwege und Parkplätze."
Von Letzterem will der Niederländer aber nicht viel bemerkt haben. "In beiden Radverkehrskonzepten wurden verschiedene Verbesserungsvorschläge für den Tönnhäuser Weg im Stadtbereich aufgezeigt, um die Sicherheit für Radfahrer zu verbessern", sagt er. Des Weiteren habe das Land Niedersachsen die Absicht, Verbesserungen durchzuführen im Sinne des eigens festgelegten niedersächsischen "Leitfaden Radverkehr". "Die Sanierung des Tönnhäuser Weges hat in keinerlei Weise diesen Leitfaden noch die bindende Straßenverkehrsordnung beachtet", kritisiert Jan-Luc Hornstra. "Das bedeutet, dass sowohl Winsen als auch Niedersachsen fertige Radverkehrskonzepte auf dem Tisch liegen haben, aber weder unsere Stadt noch unser Land diese Radanlagenkonzepte und Vorschriften einhalten."
Dabei hatte die Stadtverwaltung noch im Februar 2020 eine Beschlussvorlage in den Bauausschuss eingebracht, um auf der südlichen Seite der L217 die Pkw-Parkplätze zugunsten eines neu angelegten Radweges zu opfern. Die Verwaltung erwähnte, dass der Tönnhäuser Weg auch ein Punkt im alten Radwegeplan war. Im Gespräch mit dem Land habe die Landesbehörde angeblich nur einen Fahrradstreifen angeboten. In der Ausschusssitzung gab die Verwaltung den Hinweis, dass die Stadt die Kosten für neu angelegten Radwege selbst tragen müsse. Die Folge: Mehrheitlich wurde der Plan abgelehnt.
"Damit hat unsere Stadt erneut eine Möglichkeit verpasst, um die Umsetzung des eigenen Radverkehrskonzepts voranzubringen", meint Jan-Luc Hornstra. "Und so müssen Radfahrer in Winsen weiter ihren sicheren Radweg suchen, wenn sie aus der Innenstadt über die Kreuzung zum Altstadtring in Richtung Tönnhausen radeln."

Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

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