André Wiese (CDU) bleibt Bürgermeister in Winsen
"Das ist ein Sieg für die Demokratie"

Susanne Menge zeigte sich als faire Verliererin und gratulierte
André Wiese zum Wahlsieg   Fotos: thl
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  • Susanne Menge zeigte sich als faire Verliererin und gratulierte
    André Wiese zum Wahlsieg Fotos: thl
  • hochgeladen von Thomas Lipinski

thl. Winsen. Mit so einem denkbar knappen Ergebnis hatten zumindest viele Christdemokraten nicht gerechnet. Ihr Parteikollege und derzeitige Amtsinhaber André Wiese erhielt bei der Bürgermeisterwahl 54,7 Prozent der Stimmen. Herausforderin Susanne Menge (Grüne) kam auf beachtliche 45,3 Prozent. Anders ausgedrückt: Für Wiese stimmten 9.693 Bürger, für Menge 8.031. Das macht einen Unterschied von gerade einmal 1.662 Stimmen. Die Wahlbeteiligung in Winsen lag bei 64,1 Prozent.
"Ich bin völlig nervös", gab Susanne Menge zu Beginn ihrer Wahlparty in der Brasserie zu. Dass dann auch noch die Technik streikte, sorgte nicht wirklich für Entspannung. Und die Nervosität sollte sich noch steigern, denn das Ergebnis der Bürgermeisterwahl ließ sich auf sich warten. Erst gegen 20.25 Uhr stand das vorläufige Endergebnis fest.
Während bei der CDU und bei Amtsinhaber Wiese Erleichterung herrschte, war Susanne Menge die Enttäuschung anzusehen. "Ich wäre sehr gerne Bürgermeisterin geworden und hätte das umgesetzt, was ich während des Wahlkampfes versprochen hatte", so die Oldenburgerin. "Aber es ist, wie es ist. Herr Wiese hat die Wahl gewonnen." Ihren Unterstützern gab sie mit auf den Weg: "Packt es an. Versucht in den Dialog zu kommen und bezieht junge Leute mit ein."
So groß die Enttäuschung bei Susanne Menge auch war, sie zeigte sich trotzdem als faire Verliererin und eilte zur CDU in den Marstall, um dem alten und neuen Bürgermeister zu gratulieren.
Wie Susanne Menge schon vor der Wahl ankündigte, wird sie nun ihren Beruf als Lehrerin in Oldenburg weiter ausüben. Reiht sie sich damit bei den ehemaligen Winsener Bürgermeisterkandidaten Dieter Bender (SPD), Oliver Berten (Freie Winsener) und Tobias Müller (parteilos) ein, von denen man nach deren Wahlniederlage politisch nie wieder etwas gehört hat, oder wird man sie in Winsen wiedersehen? "Ich habe der Elterninitiative KiWis versprochen, sie weiter zu unterstützen. Und auch den Fraktionen stehe ich bei Bedarf helfend zur Seite", so Susanne Menge.
"Als Erstes ist das Wahlergebnis ein Sieg für die Demokratie, denn selten haben so viele Winsener über den Bürgermeister abgestimmt", sagte André Wiese im Hinblick auf die Wahlbeteiligung. "Ich freue mich über ein starkes Mandat für die nächsten sieben Jahre, zumal das Ergebnis dem Trend der Europawahl widerspricht."
Auch CDU-Ortsverbandsvorsitzende Dr. Cornell Babendererde, die für das EU-Parlament kandidiert hatte, aber mit Listenplatz elf keine Chancen auf einen Sitz hatte, zeigte sich zufrieden: "Es gab viel Stimmungsmache im Vorfeld, aber die Bürger haben die richtige Entscheidung getroffen." Wieses Haltung in Sachen Horte und Frühbetreuung spiele damit hinein. "Natürlich ist der Bedarf an Betreuung da, aber eben nicht in dem Ausmaße, wie die Eltern immer gesagt haben. Und dann muss man als Bürgermeister auch mal Rückgrat zeigen und unpopuläre Entscheidungen treffen." Auf dem Posten könne man nicht immer "Everybody's Darling" sein. Babendererde rät: "Die Wahl ist vorbei. Jetzt sollten sich alle etwas herunterfahren und gemeinsam nach Lösungen suchen."
Glücklich über das Wahlergebnis war auch CDU-Fraktionschef André Bock, der schon mit einem knappen Ergebnis gerechnet hatte: "Jetzt haben wir Gewissheit und können die gute Arbeit für Winsen fortsetzen, die wir begonnen haben."
Benjamin Qualmann (SPD) war dagegen sichtlich enttäuscht: "Susanne Menge hat hier einen sehr engagierten Wahlkampf gemacht. Dass viele sie ablehnten, weil sie nicht aus Winsen kommt, finde ich prägend. Ich hoffe, dass Neubürger, die hierherziehen, besser integriert werden."
Dr. Erhard Schäfer (Grüne) wurde noch deutlicher: "Angesichts des stark inhaltlich geprägten Wahlkampfes mit Fachreferenten und Bundesprominenz ist das Ergebnis eine Katastrophe. Winsen braucht den Wechsel eigentlich. Im Rathaus ist so viel Mief, da muss dringend mal ein frischer Wind hinein."
Darauf hofft Christoph Walter vom Grünen-Ortsverband Winsen/Elbmarsch: "Die Saat, die Susanne Menge hier gesät hat, werden wir spätestens bei der Kommunalwahl 2021 ernten."

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