Grünen-Bundesvorsitzender Robert Habeck spricht vor über 200 Zuhörern in Winsen
"Kanzler-Debatte - nichts für mich"

Der Popstar der Politik zu Gast in Winsen: Grünen-Chef Robert Habeck unterstützte den Wahlkampf von Bürgermeisterkandidatin Susanne Menge   Fotos: ce
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  • Der Popstar der Politik zu Gast in Winsen: Grünen-Chef Robert Habeck unterstützte den Wahlkampf von Bürgermeisterkandidatin Susanne Menge Fotos: ce
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ce. Winsen. Als er kommt, brandet tosender Applaus von über 200 Menschen auf, und zum Abschied nimmt die Schar derer, die unbedingt noch schnell ein Selfie mit ihm machen wollen, kein Ende: Robert Habeck (49), Bundesvorsitzender der Grünen und derzeit der Popstar der Politik, kam jetzt nach Winsen, um Bürgermeisterkandidatin Susanne Menge im Wahlkampf zu unterstützen und über aktuelle Themen zu diskutieren.
"Nach der Europawahl am 26. Mai müssen die Parteien über Koalitionsverhandlungen zu Mehrheiten kommen, da eindeutige politische Mehrheiten eher unwahrscheinlich sind", prognostizierte Robert Habeck. Um beispielsweise die Flüchtlingsproblematik und Wohnungsnot in vielen Bundesländern in den Griff zu bekommen, bräuchte es europäische Lösungen und Rettungssysteme. "Allein auf nationaler Ebene ist das nicht zu schaffen", so Habeck. "Die europäische Politik muss wieder handlungsfähiger werden."
Der Grünen-Chef kam auch auf jüngste wissenschaftliche Studien zu sprechen, die mahnen, den Klimawandel innerhalb der nächsten zehn Jahre in den Griff zu bekommen bzw. berechenbar zu machen. Dies sei man - so Habeck - auch Initiativen wie der "Fridays for Future"-Bewegung schuldig. "Das Engagement bei der Bekämpfung des Klimawandels wird auch zeigen, inwieweit eine demokratisch und menschlich zugewandte Gesellschaft noch möglich ist."
Den Gegnern der "Friday"-Initiative, die lieber sähen, dass die teilnehmenden Heranwachsenden zur Schule gehen und dort lernen, anstatt zu demonstrieren, rief Robert Habeck zu: "Die Kinder und Jugendlichen gehen auf diese Demos, gerade weil sie in der Schule gelernt haben, dass dringender Handlungsbedarf in unserer Gesellschaft besteht."
Beim von Habeck angeschobenen, derzeit viel diskutierten Vorschlag der Enteignung von Wohnraum stellte er klar, dass sich eine solche Maßnahme nicht gegen private Hausbesitzer richten würde, sondern gegen Immobilienkonzerne, die ausschließlich ihre Gewinnmaximierung als Ziel hätten. "Es ist nicht einzusehen, dass für den Bau von Autobahnen Grundbesitzer enteignet werden dürfen, aber nicht für die Schaffung von Wohnungen, die auch den sozialen Zusammenhalt stärken."
In der NDR-Talkshow erklärte Kabarettist Wolfgang Trepper kürzlich, er würde - ebenso wie viele andere Menschen - den in der Sendung ebenfalls anwesenden Robert Habeck schon als nächsten Kanzler sehen. Vom WOCHENBLATT hierauf angesprochen, erklärte der Grüne: "An dieser Debatte beteilige ich mich nicht. Ich mache meine Arbeit - und gut."

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