Klimaschutz konkret: Die Grünen stellen in Winsen zwei Anträge zum Haushalt

Grünen-Fraktionschefin Margot Schäfer
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thl. Winsen. Klimaschutz geht alle an, auch in Winsen! Daher sollten die Belange des Klimaschutzes bei allen Entscheidungen mitgedacht werden und sich auch im städtischen Personalpool widerspiegeln. Die Grünen im Rat stellen hierzu für den Ausschuss für Umwelt, Klima, Landwirtschaft und Feuerschutz gleich zwei Anträge.

Klimaneutralität ist in aller Munde – auch in den Programmen fast aller Parteien. Was aber bedeutet das eigentlich konkret? Allein um das Ziel der Treibhausgasneutralität zu erreichen, müssen alle Emissionen drastisch verringert und die Restemissionen ausgeglichen werden. Für Winsen müssen demnach alle kommunal relevanten Sektoren einer Bilanzierung unterzogen werden, also neben den kommunalen Einrichtungen auch der Verkehr, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen, die Land-, Abfall- und Abwasserwirtschaft ebenso wie die privaten Haushalte. Dies ist eine in dieser Dimension noch nie da gewesene, ambitionierte Aufgabe.

Das Niedersächsische Klimagesetz regt die Etablierung eines kommunalen Energiemanagements an und fordert darüber hinaus verbindlich erstmals in diesem Jahr einen umfassenden Energiebericht, der alle drei Jahre neu erstellt werden muss. Hierfür fordern die Grünen die Einrichtung einer neuen Personalstelle.

Mit dem Kommunalen Energiemanagement und der dazu zählenden Energieberichterstattung sind vielfältige Aufgaben verbunden, die sowohl technischen Sachverstand als auch kommunikatives Geschick und Organisationstalent voraussetzen. Positiver Aspekt: Die Personalkosten amortisieren sich nach den Erfahrungen anderer Kommunen aufgrund der Energieeinsparung bereits nach wenigen Jahren.

Aber auch im privaten Sektor gilt es Emissionen einzusparen. Knapp 15% der Treibhausgase der Bundesrepublik werden für die Hauswärme erzeugt. Hier gilt es, Sanierungen im Bestandsbau voranzubringen und Heizungen unabhängig von der Verbrennung fossiler Rohstoffe zu installieren.

Das Hanseviertel ist mit seiner Bausubstanz aus den 50er Jahren ein lohnendes, lokal begrenztes Gebiet, für das in den letzten beiden Jahren mit Fördermitteln in Höhe von ca. 50.000€ durch zwei Energieagenturen ein integriertes, energetisches Quartierskonzept entwickelt wurde. Dies liegt seit Herbst letzten Jahres vor und sollte nicht in der Schublade verstauben, sondern beherzt angegangen und umgesetzt werden, umso mehr, als für die Einstellung eines Quartiermanagers Fördergelder in Höhe von 75% durch die KfW-Bank bereitgestellt werden.

Während der Konzepterstellung wurden auch die Themen Mobilität und Wohnumfeld im Hanseviertel thematisiert. Durch mehrere Beteiligungsformate wurden die Einwohner*innen zum einen über den Projektstand und die

Möglichkeiten eines energiebewussten Verbraucherverhaltens informiert, zum anderen wurden sie aktiv in die Ermittlung von Problemfeldern im Bereich Mobilität und Umwelt und die Ideenfindung von Lösungsansätzen eingebunden. Dies gilt es aufzugreifen und weiterzuführen.

Die Grünen verbinden mit ihrem Antrag die Hoffnung, dass die Quartiersentwicklung „Hanseviertel“ Modellcharakter für andere Stadtteile oder Quartiere bekommen könnte.

Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

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