"Inklusion statt Selektion"
Kundgebung gegen Bluttests auf Down-Syndrom

(bim). Die Bundesvereinigung Lebenshilfe warnt vor den gesellschaftlichen Folgen, sollte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in seiner Sitzung am 19. September die vorgeburtlichen Bluttests auf Down-Syndrom als gesetzliche Kassenleistung zulassen. Unter dem Motto „Inklusion statt Selektion“ findet am Sonntag, 15. September, von 11 bis 13 Uhr auf dem Breitscheidplatz in Berlin eine Kundgebung statt. Menschen mit und ohne Beeinträchtigung werden dort zu Wort kommen.
„Durch eine Untersuchung auf Kassenkosten werden Menschen mit Behinderung diskriminiert. Denn das Down-Syndrom ist keine Krankheit, sondern Ausdruck menschlicher Vielfalt und gehört dazu“, sagt die Lebenshilfe-Bundesvorsitzende Ulla Schmidt. „Die Bluttests haben keinen therapeutischen Nutzen. Stattdessen führt ein positiver Befund in den meisten Fällen zur Abtreibung des Kindes. Viel wichtiger wäre es, die Rahmenbedingungen für Familien mit einem behinderten Kind so zu verbessern, dass ihnen ein Leben mit voller Teilhabe möglich wird.“
Mit den Tests kann im Blut der Mutter systematisch nach dem Down-Syndrom – auch Trisomie 21 genannt – und weiteren Chromosomen-Veränderungen gesucht werden. Sie gelten als nicht invasive, risikoarme Methode und werden als großer Fortschritt angepriesen, weil das Kind im Bauch der schwangeren Frau zunächst nicht gefährdet wird. „Aber“, kritisiert die frühere Gesundheitsministerin, „die Tests gaukeln Sicherheit nur vor. Etwa jedes fünfte Ergebnis ist fehlerhaft, die Frauen erwarten gar kein Kind mit Trisomie 21. Je jünger die Frau ist, umso höher die Fehlerquote. Darum müssen zur Bestätigung weitere Untersuchungen wie die invasive und risikoreichere Fruchtwasser-Untersuchung folgen.“

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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