Neue Kinderbeitragssatzung diskutiert: Eltern kräftig in die Tasche greifen

thl. Winsen. Enorme Gebührenerhöhungen und Ungleichbehandlung - so soll nach WOCHENBLATT-Information die Verwaltungsvorlage zum Thema Kindergartenbeitragssatzung aussehen, die jetzt im Rahmen eines "runden Tisches" zwischen Verwaltung, Politikern und Trägern diskutiert wurde.
Und das sollen die Kernpunkte der Vorlage sein:
- Die so genannte 50 Prozent für das zweite Kind fällt im dritten, kostenlosen Kindergartenjahr weg. Bedeutet: Bisher zahlten Eltern für Geschwister-Kinder, die in einer Tagesstätte untergebracht sind, nur den halben Beitrag, so lange das ältere Kind ebenfalls in der Einrichtung war. Künftig soll der volle Gebührensatz fällig werden, so bald das älteste Kind in das dritte Kindergartenjahr kommt.
- Künftig soll der Elternbeitrag aus dem Bruttoverdienst errechnet werden. Bedeutet: Beamte, die ein geringeres Brutto- aber ein höheres Nettoeinkommen haben, werden bevorzugt.
- Die Anmeldungen der Kinder sollen künftig zentral im Familienbüro der Stadt erfolgen, ob ein Kind aufgenommen wird, entscheiden aber die Träger. Die Eltern sollen bei der Anmeldung drei Wunsch-Einrichtungen nennen.
- Der Gebühreneinzug obliegt künftig ausschließlich den Trägern. Dazu sollen mit denen noch Einzelgespräche geführt werden. Der Verdacht einiger Politiker: Die Stadt will den einen oder anderen Träger bevorzugen.
Was einigen Sitzungsteilnehmer aber besonders sauer aufgestoßen ist: Die Verwaltung soll sämtliche Kritikpunkte der Ratsmitglieder mit der Bemerkung "Die Mehrheit entscheidet" vom Tisch gewischt haben.

Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

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