Schafft die Stadt Winsen die Horte ab?

In Horten wird auch gekocht und gebacken
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Sinkende Anmeldezahlen / Kommune könnte dadurch rund 1,1 Millionen Euro pro Jahr sparen

thl. Winsen. Sind Horte ein Auslaufmodell? Mit dieser brisanten Frage müssen sich die Politiker am morgigen Donnerstag, 23. November, im Fachausschuss der Stadt Winsen beschäftigen. Grund: Durch die Einführung der Ganztagsgrundschule sind die Anmeldezahlen in den Horten stark rückläufig. In Winsen stehen insgesamt 260 Hortplätze zur Verfügung, in die die Stadt jedes Jahr rund 1,1 Millionen Euro investiert.
Seit 2007 hat die Verwaltung immer mehr Hortplätze geschaffen. Grund war die stetig steigende Eltern-Nachfrage nach Betreuungsplätzen für die Nachmittagsstunden. Am Ende verfügte jede Grundschule über zwei Hortgruppen. Trotzdem reichte das Platzangebot nicht aus, woraufhin die Ganztagsgrundschule eingeführt wurde.
Offenbar mit ungeahnten Konsequenzen. Denn die Ganztagsgrundschule erfreut sich in der Elternschaft großer Beliebtheit. Wer dort einen Platz ergattert, gibt seinen Hortplatz gerne zurück. Und: "Die von der Politik anfangs dramatisch eingeforderte Nachmittagsbetreuung nach Hortschließung von 15.30 bis 17 Uhr wird kaum in Anspruch genommen", sagt Verwaltungsvize Christian Riech.
Deswegen will die Stadt die Verträge mit den Trägern gerne auslaufen lassen und das Hortangebot einstellen. Es sollen ab sofort auch keine Anmeldungen mehr angenommen werden. Eine sofortige Schließung der Horte sei allerdings keine Option, so Riech. "Zu einem gibt es Verträge, die wir und auch die Träger einhalten müssen. Zum anderen haben die Eltern der jetzigen Hortkinder auf diese verlässliche Betreuungsform gesetzt", sagt der Verwaltungsvize.

Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

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