Streit um "Winsen 2030"

Rückte in den Rat nach:
Dr. Nils-Oliver Höppner Foto: thl
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Knappe Mehrheit des Stadtrates trägt Konzept mit / "Neues Gesicht" für die CDU in dem Gremium

thl. Winsen. Dr. Nils-Oliver Höppner ist das neue Gesicht im Winsener Stadtrat. Der 50-jährige Ingenieur für technischen Umweltschutz beerbt Christdemokratin Sonja Bausch, die ihr Mandat aus beruflichen Gründen niederlegte (das WOCHENBLATT berichtete). Höppner ist verheiratet, hat einen zehnjährigen Sohn und engagiert sich in seiner Freizeit in der Fußballmannschaft des Sprosses beim JFV Ashausen-Scharmbeck/Pattensen.
Dr. Höppner ist seit 2016 Mitglied der CDU und vertritt die Partei im Finanz- und im Kulturausschuss. Zudem übernimmt er von Dr. Cornell Babendererde (CDU) den Sitz im Aufsichtsrat der City Marketing.
Eine heftige Diskussion gab es in der Ratssitzung am Montagabend in der Stadthalle beim Thema "Winsen 2030 - Umgestaltung der Haupteinkaufsstraße". Wie berichtet, soll die Baumaßnahme mit über zehn Millionen Euro zu Buche schlagen. Die Gruppe Grüne/Linke lehnte das Projekt ab. "Allein der Begriff Haupteinkaufsstraße ist schon verwirrend. Das ist in Winsen nämlich nicht die Rathausstraße, sondern der Luhe Park", wetterte Dr. Erhard Schäfer und prangerte die Famila-Ansiedlung (mal wieder) als großen Fehler an. "Das hat der Innenstadt schwer geschadet. Und nun soll die Sanierung ein Trostpflaster sein." Mit "Winsen 2030" habe man eigentlich städtebauliche Missstände beseitigen wollen. Dr. Schäfer: "Da gibt es Ecken in Winsen, die es viel nötiger als die City hätten." Auch die Tatsache, dass nach Ansicht der Gruppe insgesamt 77 Bäume für die Umgestaltung gefällt, aber nur 52 neue gepflanzt werden sollen, stieß Schäfer und seinen Mitstreitern sauer auf.
Nino Ruschmeyer (Gruppe FDP/Sarikaya) fand das Konzept zwar grundsätzlich unterstützungswürdig, lehnte die Maßnahme aber aufgrund der Kosten und Haushaltszahlen (siehe dazu auch Bericht auf Seite 9) ab.
Keine Ablehnung, aber auch keine Zustimmung gab es seitens der SPD. "Wir können uns nicht damit anfreunden, dass weiterhin der Autoverkehr durch die Stadt fließen soll", begründete Fraktionsvorsitzender Benjamin Qualmann.
Neben der CDU war vor allem die AfD ein großer Befürworter für die geplante Umbaumaßnahme. "Winsen steht in Konkurrenz zum Internet. Wenn man was dagegen machen will, ist die Sanierung des Umfeldes ein erster Schritt", so Roderik Pfreundschuh. "Das muss aber richtig und nicht klein-klein gemacht werden." Übersetzt: Wenn die Stadt die Maßnahme angeht, soll sie auch richtig Geld dafür in die Hand nehmen. Das kam bei Johanna Fast (Gruppe FDP/Sarikaya) überhaupt nicht gut an: "Ich habe bisher noch keine Antwort gehört, wie die ganze Maßnahme gegenfinanziert werden soll." Auch diesmal blieb diese Frage offen.
Am Ende wurden die geplanten Umbaumaßnahmen und somit wichtige Vorgaben für das Planer-Büro "Capatti und Staubach Urbane Landschaften" beschlossen. Der Boden wird im gesamten Planungsbereich mit Naturstein gepflastert. Ausgenommen sind das Kopfsteinpflaster um die Kirche und die Fläche des Wasserspiels auf dem Kirchplatz. Bei diesem Wasserspiel, das als sogenanntes "Stadt-Tattoo" konzipiert ist, werden durch eine Verringerung der Düsenanzahl und eine Vereinfachung der schematischen Darstellung der Ortsteile Kosten gespart. Keine Einsparungen sind beim Wasserspiel vor dem Rathaus vorgesehen; an dem geplanten Nebeleffekt soll vielmehr festgehalten werden. Als Sitzgelegenheiten kommen auch hochwertige standardisierte Modelle in Betracht und nicht nur die bisher ausschließlich vorgesehenen Sonderanfertigungen. In den Straßen werden insektenfreundliche Bäume mit einem Stammumfang von 20 bis 25 Zentimetern und mit einer in Höhe von zwei Metern beginnenden Krone gepflanzt. Die Baumwurzeln werden durch Baumscheiben in vollverzinkter Stahlausführung ohne Auspflasterung geschützt. Auch die Modelle der Lampen und Müllbehälter wurden beschlossen. Schließlich sollen die Fahrradanlehnbügel errichtet werden, die an verschiedenen Stellen der Leader-Region "Achtern-Elbe-Diek" bereits neu aufgestellt worden sind.
Insgesamt sind für die Maßnahme rund 10,6 Millionen Euro veranschlagt. Bürgermeister André Wiese (CDU) zeigte sich insgesamt froh über die Entscheidung des Stadtrates. Nur mit dem Naturstein als Pflaster wollte er nicht konform gehen. "Ich bin mir sicher, dass ein Betonstein es auch getan hätte. Dadurch hätten wir eine Million Euro sparen können", so das Stadtoberhaupt.
• Einstimmig entschieden hat der Stadtrat, dass die Stadt für den Zensus 2021 eine gemeinsame Erhebungsstelle mit dem Landkreis sowie den Kommunen Buchholz, Seevetal und gegebenenfalls Neu Wulmstorf bildet.
• Ebenfalls einstimmig wurde die Annahme von Spenden in einer Gesamthöhe von rund 37.000 Euro entschieden.

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