"Wir verrichten 35 bis 40 Milliarden Stunden ehrenamtliche Arbeit"

Norbert Lammert (Dritter v. re.) wurde begrüßt von den CDU-Vorstandsmitgliedern (v. li.): Rudolf Meyer, Anja Trominski, Dr. Cornell Babendererde, Bundestagsabgeordenten Michael Grosse-Brömer und Philipp Meyn
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Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert sprach beim Neujahrsempfang der Winsener CDU

thl. Winsen. Mit Prof. Dr. Norbert Lammert, dem noch amtierenden Bundestagspräsidenten (er stellt sich im September nicht wieder zur Wahl), präsentierte die Winsener CDU auf ihrem traditionellen Neujahrsempfang „Ein Abend für das Ehrenamt“ einmal mehr einen hochkarätigen Gast und Redner. Und verbuchte auch gleich einen neuen Besucherrekord: Mit rund 400 Gästen war die Veranstaltung so gut besucht wie noch nie.
In ihrer Eröffnungsrede wies CDU-Chefin Dr. Cornell Babendererde darauf hin, dass Winsen eine „Hochburg des Ehrenamts“ sei. „Ich glaube, es gibt keinen Aspekt des Lebens, der in Winsen nicht auch irgendwie vom Ehrenamt mit abgedeckt wird – quasi von der Wiege bis zur Bahre“, so die promovierte Historikerin. Denn eine lebendige Zivilgesellschaft mit selbstbewussten und verantwortungsvollen Bürgern sei ohne Ehrenamt nicht zu machen.
Norbert Lammert wies darauf hin, dass sich Deutschland in deutlich besserer Verfassung befände, als die meisten Staaten weltweit. „Das kommt vor allem auch dadurch, das unser Land durch das ehrenamtliche Engagement der Bürger mit getragen wird“, so der Bundestagspräsident und machte seine Aussagen an Zahlen fest. So hätten sich im April 2016 rund 40 Prozent der Bürger über 14 Jahren ehrenamtlich engagiert. Das seien zehn Prozent mehr als noch 2001. Lammert: „Anders ausgedrückt: Bundesweit sind 31 Millionen Menschen aktiv.“ Laut Statistik würden die meisten von ihnen rund zwei Stunden pro Woche, also über 100 Stunden pro Jahr, ihr Ehrenamt ausüben. „Etwa 20 Prozent sind aber auch sechs Stunden und noch weit mehr wöchentlich aktiv, sodass wir insgesamt pro Jahr auf 35 bis 40 Milliarden Einsatzstunden kommen“, sagte Lammert. „Wenn wir für jede Stunde Ehrenamt nur den sogenannten Mindestlohn von knapp neun Euro ansetzen, kommt dabei eine Summe heraus, die viel größer ist, als der gesamte Bundeshaushalt.“
Deutschland könne stolz auf das sein, was es geschafft habe. Auch wenn viele Bürger trotzdem unzufrieden seien. „Bei einer Umfrage für den internationalen Glücksatlas reihten sich die Deutschen auf Platz 46 ein - zwischen Senegal und Kenia“, kritisierte Lammert dieses „Jammern auf hohem Niveau“. In keinem der 183 Länder auf der Welt hätte die junge Generation so gute Zukunftschancen wie hier. „Gucken wir mal auf die Welt, auf das Jahr 2016, das wir meiner Meinung nach gerne überspringen hätten können. Es gab viele nachhaltige Ereignisse: den Brexit, Putsch in der Türkei und 32 Kriege auf der ganzen Welt“, blickte Norbert Lammert zurück. „Und dann kamen noch die unangenehme Überraschung bei der US-Wahl und der Terror-Anschlag in Berlin.“
Auch 2017 werde es viele Herausforderungen geben, sowohl für das Land als auch für jeden Einzelnen. „Ich bin mir aber sicher, dass wir damit fertig werden, wenn wir an dem Aufgebauten festhalten. Denn eine Demokratie steht und fällt mit engagierten Bürgern“, so Lammert abschließend.
Im Rahmen des Neujahrsempfangs rief die CDU auch wieder zu Spenden auf, mit denen in diesem Jahr die Jugendarbeit in Winsen unterstützt werden soll. Dafür kamen rund 1.650 Euro zusammen.

Norbert Lammert (Dritter v. re.) wurde begrüßt von den CDU-Vorstandsmitgliedern (v. li.): Rudolf Meyer, Anja Trominski, Dr. Cornell Babendererde, Bundestagsabgeordenten Michael Grosse-Brömer und Philipp Meyn
Zu Beginn des Abends trug sich Norbert Lammert in das Goldene Buch der Stadt ein

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