Verfügungsfonds "Winsen 2030"
Zoff um Verkaufsbuden in Winsen

Diese beiden Buden sind der Auslöser des Streits   Foto: thl
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Mitglieder des Verfügungsfonds werfen der städtischen Vertreterin mangelnde Befähigung vor

thl. Winsen. Riesiger Zoff zwischen der Stadt Winsen und den Mitgliedern des Verfügungsfonds "Winsen 2030", in dem ehrenamtliche Personen aus Handel, Gastronomie, Handwerk und Politik sowie Privatpersonen engagiert sind. Insgesamt umfasst der Fonds acht Mitglieder und hat vier Besitzer in Beraterfunktion, bestehend aus Vertretern der City Marketing, der Wirtschaftsförderung, der Stadtverwaltung und des städtischen Projektteams "Winsen 2030". Die Mitglieder des Fonds erhalten pro Jahr ein Budget, mit dem kleinere selbstbestimmte Projekte finanziert werden können. Finanziert wird der Fonds mit bis zu 50 Prozent aus Mitteln der Städtebauförderung sowie zu mindestens 50 Prozent aus Mitteln privater Akteure.
Und genau dort liegt der Knackpunkt. Die City Marketing hatte einen Antrag auf Anschaffung von zwei Verkaufshütten aus Holz für das Winsener Sommervergnügen gestellt. Dieses wurde den Mitgliedern satzungsgemäß mitgeteilt. Doch lief anscheinend etwas aus dem Ruder: Während ein Teil der Mitglieder den Auftrag lokal vergeben wollte und darum bat, dass Angebote örtlicher Tischlereien eingeholt werden, verkündete Projektleiterin Ines Bader zwei Tage später, dass der Antrag der City Marketing mehrheitlich angenommen wurde. "Sie hat unterstellt, dass jedes Mitglied abgestimmt hat. Dabei stimmt das gar nicht", regt sich ein Mitglied des Verfügungsfonds (Name der Red. bekannt) auf. "Dabei habe ich zumindest nicht abgestimmt, und zwei weitere auch nicht." In der Tat wurde diese als Enthaltungen oder Nein-Stimmen gewertet. "Ein Unding. Ich frage mich, ob Ines Bader als Projektleiterin weiter tragbar ist?"
Bürgermeister André Wiese (CDU) versucht, die Sache herunterzuspielen. "Frau Bader hätte alles ausführlicher darlegen und erörtern können. Das war allerdings aufgrund der Tatsache, dass wegen der Corona-Regeln keine Sitzung des Gremiums einberufen werden konnte, und der relativ kurzen Frist bis zur Entscheidung nicht möglich", schreibt er an die Mitglieder des Fonds. Aber: "Vom Vorliegen aller Stimmzettel zu sprechen, wenn ein Mitglied seine Stimme nicht abgegeben hat, ist nicht korrekt." Weiter weist Wiese darauf hin, dass die beiden Winsener Tischlereien kein Angebot abgegeben hätten. "Falsch", sagt das Fondsmitglied. "Es wurde der Stadt mitgeteilt, dass man länger als 24 Stunden für die Erstellung eines Angebot benötigen würde. Diese Zeit wurde den Firmen aber nicht eingeräumt."
Jetzt soll in einer Sitzung die Geschäftsordnung entsprechend angepasst werden, damit so eine Meinungsdifferenz nicht wieder möglich ist. "Dass es zu dieser Sitzung kommen wird, bezweifle ich allerdings. Denn Ines Bader soll die Sitzung einberufen. Und die weigert sich derzeit", ätzt das Fonds-Mitglied sarkastisch. "Wahrscheinlich hat sie Angst vor einer Abwahl."

Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

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