Tierversuche
"Zu viele Tiere unnötig gequält"

(bim). Mit dem Thema Tierversuche beschäftigte sich am vergangenen Mittwoch der Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im niedersächsischen Landtag im Rahmen einer Anhörung von Experten. Die Grünen hatten einen Antrag gestellt mit dem Titel "Tierversuchsmaschinerie stoppen - Vorschriften und Genehmigungen verschärfen, unangekündigte Kontrollen durchführen", die AfD einen Antrag mit der Forderung "Schluss mit Tierversuchen - mehr alternative Forschung".
Die Grünen-Abgeordnete Miriam Staudte, Sprecherin für Tierschutz, fasst die Anhörung wie folgt zusammen: „Experten haben im Agrarausschuss eindrucksvoll bestätigt: In Deutschland werden zu viele Tiere unnötig gequält. Es werden noch immer zu viele längst überflüssige Tierversuche genehmigt. Unser Ziel ist der perspektivische Ausstieg aus Tierversuchen.
Neueste Methoden wie zum Beispiel Studien an Organen aus biologischen 3D-Druckern oder personalisierte Medikamente auf Grundlage der Körperzellen des einzelnen Patienten mit Multi-Organ-Chips ermöglichen viel aussagekräftigere Erkenntnisse – ohne jede Tierquälerei. Erschreckend ist, dass noch nicht einmal eine funktionierende Datenbank zum verpflichtenden Austausch von Studienergebnissen existiert." Die Grünen fordern strengere Kontrollen von Tierversuchslaboren und eine Verschärfung des Bundestierschutzgesetzes.
Marco Zacharias, stellvertretender Pressesprecher der CDU-Fraktion im niedersächsischen Landtag, erklärt dazu: „Die schwerwiegenden Verstöße gegen tierschutzrechtliche Auflagen in einem Tierversuchslabor im Landkreis Harburg lassen ein gehöriges Maß an krimineller Energie vermuten. Die Verantwortlichen müssen hierfür zur Rechenschaft gezogen werden. Nach europäischem und deutschem Recht bestehen bereits hohe Hürden für medizinisch erforderliche Tierversuche. Eine Verschärfung der bestehenden Auflagen ist vor diesem Hintergrund nicht erforderlich.
Entscheidend ist, die Kontrollen in diesem hochsensiblen Bereich zu verbessern und somit eine Einhaltung der zu Recht strengen Regeln sicherzustellen." Ein grundsätzliches Verbot von medizinischen Tierversuchen lehnt die CDU ab, weil sie für die Entwicklung neuer Medikamente und Behandlungsmethoden von großer Bedeutung seien.
• Im Jahr 2018 wurden vom Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) 314 Tierversuche nach Beratung in der Ethikkommission nach Paragraf 15 Tierschutzgesetz genehmigt. 224.083 Tiere wurden in Tierversuchen "verwendet", wie es im Amtsdeutsch heißt. Bei den Versuchen handelte es sich laut Laves unter anderem um Zulassungsuntersuchungen neuer Arzneimittel oder Impfstoffe sowie Grundlagenforschung, um zum Beispiel neuartige antibakterielle Wirkstoffe zu testen.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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