Erstes Azubi-Speed-Dating in Winsen
Fünf Minuten fürs erste Beschnuppern

Keine fünf Minuten benötigten Hendrik Beecken und Kathrin Brede beim Azubi-Speed-Dating an den Berufsbildenden Schulen in Winsen, bis sie sich einig waren
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thl. Winsen. Viele Unternehmen haben zunehmend Probleme, ihre Ausbildungsstellen zu besetzen. Die Lenkungsgruppe Schule-Wirtschaft unter der Federführung des städtischen Wirtschaftsförderers Markus Trettin und bestehend aus Winsener Schul- und Wirtschaftsvertretern, hat deshalb ein neues Veranstaltungsformat ins Leben gerufen: das Azubi-Speed-Dating, das jetzt in den Berufsbildenden Schulen an der Bürgerweide in Winsen stattfand.
"Wir haben mehr Zuspruch, als wir uns erhofft haben", sagte Markus Trettin. Insgesamt nahmen 16 Betriebe von Büro bis Handwerk teil, die freie Ausbildungsstellen anboten. Rund 30 Schüler hatten sich für das neuartige Kurzbewerbungsformat angemeldet. Sie hatten jeweils fünf Minuten Zeit, sich bei den Betrieben vorzustellen und sich zu informieren. "Jeder Schüler sollte zumindest einen kurzen Lebenslauf dabeihaben", erklärte Lehrer Dirk Ringeling, der das Event zusammen mit Trettin organisiert hatte. Den Aufbau und die Ausstattung des Raumes, u.a. mit Getränken, hatte die Schülerfirma "Happy-Events" unter der Leitung von Lehrerin Daniela Lauer übernommen. "Ziel der Veranstaltung ist, junge Leute, die bisher noch keine Lehrstelle haben, kurzfristig unterzubringen", so Ringeling. Er räumte aber ein, dass es an der BBS gut aussehe und die meisten jungen Leute bereits "versorgt" seien.
Zu den "bisher Unversorgten" gehörte Kathrin Brede. "Ich habe Lust auf etwas Handwerkliches, da ich sehr begabt bin", sagte die junge Frau. Sie stellte sich am Stand von Hendrik Beecken vor, der Kfz-Mechatroniker ausbildet. Und man wurde sich schnell einig. In der ersten Sommerferienwoche macht Kathrin ein Praktikum in Beeckens Werkstatt. Danach will man weitersehen. "Sie ist definitiv interessiert und sehr taff", lobte der Kfz-Meister.
Anders sah es am Stand von Maurer Michael Aporius aus. "Wir benötigen dringend Auszubildende, finden aber keine", sagte er. Offenbar wolle niemand mehr den Beruf erlernen. Eine Erfahrung, die auch Bettina Harms von der Malerei Harms gemacht hat: "Uns fehlen noch mindestens drei Auszubildende. Bewerbungen gibt es aber nicht wirklich."
Damit haben die Metallbetriebe offensichtlich keine Probleme. "Wir haben heute keinen Stand hier, weil in unserer Innung bereits alle Ausbildungsplätze besetzt sind", sagte Obermeister Jan Jürgens. Dadurch, dass man in den vergangenen Jahren verstärkt Öffentlichtsarbeit in verschiedenen Formen betrieben habe, "ernte man jetzt die Früchte davon".
"Es war eine sehr gute Veranstaltung", resümierte Markus Trettin. Im Rahmen der Lenkungsgruppe soll es jetzt eine Nachbesprechung geben. "Es war aber bestimmt nicht die letzte Veranstaltung dieser Art", ist sich Trettin sicher.

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