Demonstration in Lüneburg
Winsener Reisebüros fordern einen Rettungsschirm

Bei der Demo (v. li.): Susanne Köhl und Martina Stender vom Reiseservice Stender sowie Claudia El Zorkany und Charline Guenter von "Reisen & Speisen"   Foto: Stender
  • Bei der Demo (v. li.): Susanne Köhl und Martina Stender vom Reiseservice Stender sowie Claudia El Zorkany und Charline Guenter von "Reisen & Speisen" Foto: Stender
  • hochgeladen von Thomas Lipinski

thl. Winsen. "Leider hat es die Politik immer noch nicht begriffen, dass es für uns Mittelständler inzwischen nicht fünf vor zwölf, sondern mindestens zwei vor zwölf ist", sagen Martina Stender und Claudia El Zorkany. "Touristik zu unterstützen heißt nicht nur, der TUI Milliardenkredite zu gewähren, mit denen sie Arbeitsplätze sichern sollten, statt jetzt 8.000 Stellen abzubauen oder die Airlines zu unterstützen. Mit dem ganzen Geld hätten unsere Provisionsausfälle beglichen werden können, denn uns wurde ja praktisch ein Berufsverbot auferlegt."

Auf Not aufmerksam machen

Die beiden Unternehmerinnen, die in Winsen zwei Reisebüros (Reiseservice Stender und "Reisen & Speisen") betreiben, nahmen jetzt mit rund 50 "Leidensgenossen" an einer Demo in Lüneburg teil, um auf die Not in ihrer Branche aufmerksam zu machen. Dabei forderten sie auch einen "Rettungsschirm mit angemessenen Zuschüssen".

Die Corona-Krise haben beide Unternehmerinnen nach eigenen Aussagen bereits im Februar gespürt: Geschäfts-und Urlaubsreisen nach Asien brachen ein, Kunden und Gäste übten starke Zurückhaltung bei Neubuchungen, erste Anfragen nach Stornierungen bereits gebuchter Reisen stellten sich ein.

Wochenlang unentgeltlich um Belange der Kunden gekümmert

Bei "Reisen & Speisen" wurden ab Mitte März alle Gruppen- und Golfreisen abgesagt. Bei Martina Stender kam zusätzlich zu den touristischen Reisen noch der Wegfall sämtlicher Veranstaltungen und Konzerte hinzu. Seitdem waren beide Unternehmerinnen aufgrund der Reisewarnungen und Einreiseverbote nur noch mit der Rückabwicklung beschäftigt. Obwohl die Büros geschlossen sein mussten, kümmerten sie sich wochenlang (ohne Verdienst) um Umbuchungen, Stornierungen und standen ihren Kunden mit Rat und Tat zur Seite. "Während große Airlines und Veranstalter ihre Telefone abschalteten, sind wir täglich im Kontakt mit unseren Kunden", so die beiden Reiseprofis. "Selbst Kunden, die ihre Reise im Internet gebucht haben, fanden auf einmal den Weg in mein Büro auf der Suche nach Hilfe", ergänzt Martina Stender.

Beide Frauen haben den Bundeszuschuss und die Hilfe für die Winsener Unternehmen erhalten. "Die Höhe ist jedoch für die Reisebranche längst nicht ausreichend", sagen sie. "Wir waren die Ersten, die von der Krise betroffen waren, und werden die Letzten sein, die wieder halbwegs normal arbeiten können."

Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

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