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"Ärztliche Versorgung im Raum Salzhausen immer problematischer"

"Salzhausen wächst, aber die medizinische Versorgung der Bürger wird problematischer": WOCHENBLATT-Leserin Gudrun Fölsch
 
Steht vorerst in den Sternen: die Zukunft der Salzhäuser Rettungswache (Foto: archiv/ce)
ce. Salzhausen. "Salzhausen wächst und wächst, aber die umfassende ärztliche Versorgung der Bürger wird immer problematischer", befürchtet WOCHENBLATT-Leserin Gudrun Fölsch aus dem Salzhäuser Ortsteil Oelstorf. Jüngster Anlass zur Besorgnis war für sie der WOCHENBLATT-Artikel "Wir lassen die Bagger jetzt rollen!", in dem über das erste Bauprojekt der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft für den Landkreis Harburg berichtet wurde. An der Lüneburger Straße in Salzhausen soll ab 1. Juli ein Mehrparteienhaus mit zehn Wohnungen entstehen. Auch im Neubaugebiet "Witthöftsfelde" ziehen viele Häuslebauer ihre Eigenheime hoch. "Dort ziehen bestimmt auch Familien mit Kindern ein, die aber im Krankheitsfall womöglich lange Fahrten in Kauf nehmen müssen, um medizinisch behandelt zu werden", so Gudrun Fölsch.
Die Seniorin ärgert sich - wie nach ihrer Aussage viele andere Bewohner der Gemeinde -, dass im seit gut anderthalb Jahren bestehenden Salzhäuser Gesundheitszentrum mit der Internistin Dr. Heike Schlobohm bislang lediglich ein Arzt ansässig sei. "Die Betreiber hatten seinerzeit mit vielen Fachärzten über eine Ansiedlung verhandelt - offenbar ohne Erfolg. Was Salzhausen zum Beispiel dringend bräuchte, wäre ein Kinderarzt", gibt Gudrun Fölsch zu bedenken.
Sorgen bereitet ihr auch die laufende Debatte um den Standort der Rettungswache in Salzhausen. Bei den laufenden Planungen für das neue Feuerwehrgerätehaus in Salzhausen hat die Samtgemeinde eine Integration der Rettungswache mit eingerechnet. Ein vom Landkreis Harburg, der Träger des öffentlichen Rettungsdienstes ist, beauftragter Gutachter sah jedoch in der jüngsten Sitzung des Ordnungsausschusses die notärztliche Versorgung im Raum Hanstedt als kritisch. Er empfahl daher eine Verlegung des Standortes von Salzhausen nach Hanstedt-Nindorf, von wo aus beide Kommunen gut zu erreichen wären (das WOCHENBLATT berichtete). "Das wäre ein Unding. Salzhausen muss seine Rettungswache behalten und eine medizinische Notfall-Erstversorgung unbedingt gewährleistet bleiben", fordert Gudrun Fölsch.
"Wir bemühen uns weiterhin - auch in Kooperation mit dem Landkreis Harburg -, zusätzliche Mediziner zu holen. Dies wird durch die Auffassung der Kassenärztlichen Vereinigung, dass der Raum Salzhausen gut versorgt ist, nicht gerade erleichtert", erklärt Samtgemeinde-Bürgermeister Wolfgang Krause. Die Rettungswache wolle er nach Möglichkeit in Salzhausen und setzt auch auf die Unterstützung durch die Bevölkerung: "Ich kann jede Bürgerstimme, die diesen Wunsch unterstützt - gerne auch per Mail - gebrauchen, um dem Anliegen bei den Verantwortlichen Nachdruck zu verleihen."

Kommentar: "Herr Uffelmann, übernehmen Sie!"

In Salzhausen gibt es zahlreiche Ärzte, aber leider - Gesundheitszentrum hin oder her - kein Krankenhaus mehr. Genau deshalb muss Salzhausen als Grundzentrum der Samtgemeinde eine Rettungswache behalten - in welcher Größe auch immer. Alles andere hieße, die Sicherheit und womöglich sogar das Leben der Menschen aus Salzhausen und Umgebung aufs Spiel zu setzen.
Auf ein Wort
Die Salzhäuser Rettungswache und die dort arbeitenden Sanitäter haben sich in der Vergangenheit oftmals bewährt. Wenn die Region Hanstedt diesbezüglich unterversorgt ist, darf dort nicht Abhilfe geschaffen werden auf Kosten der Nachbarn, indem man ihnen die Wache wegnimmt und verlegt. "Es muss sich was in dieser Sache bewegen", hat kürzlich Erster Kreisrat Kai Uffelmann als Gesellschafter der Kreisgesellschaft Rettungsdienste gefordert. Wie wäre es denn, wenn man dem Beispiel Drage folgt, wo ein Stützpunkt der Rettungswache Winsen betrieben wird? So könnten doch auch die Salzhäuser Retter künftig Hanstedt im wahrsten Wortsinn unterstützen, und allen wäre geholfen. Herr Uffelmann, übernehmen Sie!                            Christoph Ehlermann