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Gefahr in Raupengestalt

So sehen die Nester der Eichenprozessionsspinner aus Fotos: thl

Trotz Gegenmaßnahmen: Eichenprozessionsspinner werden zur Plage

(thl). "Guck mal, das sieht ja cool aus", sagt Jens (9) zu seinem Kumpel Jonas (9) und zeigt auf eine Art Kokon an einer Eiche, in dem sich zahlreiche Raupen tummeln. Neugierig, wie die Jungs sind, fassen sie das Nest an. Sekunden später bekommt Jonas an den Händen Hautausschlag mit starkem Juckreiz. Jens erwischt es noch schlimmer. Er ist Asthmatiker und kämpft mit Atemnot. Grund: Diese "niedlichen" Raupen waren Eichenprozessionsspinner. Und die entwickeln sich gerade wieder zu einer echten Plage.
Grund: Die Weibchen suchen sich für die Eiablage freistehende Eichen in sonniger Lage aus, die sich häufig an Orten befinden, an denen sich im Sommer auch Menschen gerne aufhalten.
In den Landkreisen Harburg und Stade sind zahlreiche Warnschilder aufgestellt. Denn die Brennhärchen der Raupen lösen beim Menschen allergische Reaktionen aus. Deswegen gilt: Trifft man zufällig auf ein Nest oder die Raupen, sollte man auf keinem Fall versuchen, eigenmächtig etwas dagegen unternehmen. Vielmehr sollte man sich schnellstmöglich davon entfernen und die getragene Kleidung waschen, um eventuell anhaftende Härchen der Raupen zu entfernen. Gefährlich sind diese winzigen, mit mikroskopisch kleinen Widerhaken und einem Eiweißgift ausgestatteten Härchen, die nicht nur bei Berührung abbrechen, sondern auch, wenn die Raupen sich bewegen. So ist es auch möglich, dass die Härchen vom Wind mehrere hundert Meter weit getragen werden und über Jahre hinweg aktiv bleiben können.
Das niedersächsische Gesundheitsministerium rät: Wer mit den Härchen in Kontakt kommt, sollte sofort einen Arzt aufsuchen. Und bei Juckreiz sollte niemals gekratzt werden. Denn so werden die Gifthaare noch tiefer in die Haut getrieben.
Die Gefahr durch die Eichenprozessionsspinner besteht noch bis zum Spätsommer. Dann schlüpfen aus den dann verpuppten Raupen die fertigen Nachtfalter. Diese legen allerdings im Umkreis von etwa zwei Kilometern erneut ihre Eier an Eichenzweigen ab, sodass es im nächsten Jahr wieder zu einem Befall kommt.