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"Gewerbedaten stimmten nicht": Abzocke mit vermeintlichem "Datenschutzauskunft"-Fax

"Das Schreiben kam mir seltsam vor": Puppentheater-Betreiber Michael Hepe (Foto: Hepe)
ce. Landkreis. Eine "Datenschutzauskunft-Zentrale" aus Oranienburg prangt als angeblich amtlicher Absender auf Faxen, die derzeit viele Unternehmer in den Landkreisen Harburg und Stade zur Erfassung ihrer Gewerbebetriebe nach EU-Richtlinien bekommen - und vor denen die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade ausdrücklich warnt.
Die Zentrale sei - so die Kammer - "keine Behörde, sondern ein privatwirtschaftliches Unternehmen". Auf den Faxen werden die Empfänger aufgefordert, schnellstmöglich ihre Betriebsdaten zu übermitteln. Im Gegenzug würden sie Infomaterial, ausfüllbare Muster, Formulare und Anweisungen zur Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung erhalten. Eine Beratung der Betriebe bei Nachfragen werde jedoch nicht angeboten. "Im Kleingedruckten stehen die nicht unerheblichen Kosten und die Vertragslaufzeit von drei Jahren, die alle akzeptieren, die das Formular unterschrieben zurücksenden", heißt es in der Pressemitteilung der Handwerkskammer. Deren Geschäftsführer Frank Twele betont: "Empfänger dieser Schreiben sollten genau prüfen, ob die angebotenen Leistungen die Gegenleistung rechtfertigt."
"Mir kam das Schreiben gleich seltsam vor. Einige Gewerbedaten von mir stimmten dort nicht, und manche Formulierungen waren etwas wirr", sagt Michael Hepe (59) aus Salzhausen (Kreis Harburg), der seit 40 Jahren das Eckerken-Puppentheater betreibt und ebenfalls per Fax um Auskunft gebeten wurde. "Als ich dann noch im Kleingedruckten las, dass ich knapp 500 Euro jährlich zahlen soll, wenn ich die vermeintliche Dienstleistung in Anspruch nehme, habe ich das Fax in den Papierkorb geschmissen."