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"Jedes Gebäude erzählt eine andere Geschichte"

Haben ein gemeinsames Hobby (oben v.li.): Sven, Stefan und Stephan sowie (unten v.li.) Aurora, Kevin und Alex
 
Lost Places-Impressionen (Foto: Lost Pixel World / Sven K.)

Sven und seine Freunde suchen nach "Lost Places" - alten, vergessenen Orten - in der Region

thl. Winsen. Alles ist vergänglich. Auch was von Menschenhand erschaffen wird, ist nicht von Ewigkeit. Viele Bauwerke verschwinden nicht gleich spurlos, sondern verfallen nach und nach. Manche liegen abseits der Wege, an anderen fährt man täglich vorbei. Diese Plätze werden als "Lost Places" bezeichnet: Vergessene Orte, für die sich kein Historiker interessiert, weil sie zu unbedeutend sein.
An den "Lost Places" scheint die Zeit stehen geblieben zu sein: Die ursprüngliche Nutzung der meisten "Lost Places" lässt sich oftmals nur noch erahnen. Manche sind hingegen noch intakt, werden heute aber zu ganz anderen Zwecken verwendet. Ein "Lost Place" besitzt den Charme des Morbiden: Der Verfall verbreitetet eine ganz besondere Atmosphäre. Vergangenheit ist gegenwärtig und gedanklich malt sich der Betrachter aus, wie es dort wohl früher ausgesehen hat.
Genau das reizt den 39-jährigen Sven (*Name der Red. bekannt) aus Winsen und seine Freunde. Fast jede Woche sind sie zu einem anderen Objekt unterwegs. "Auch in unserer Region sowie im Landkreis Stade gibt es viele vergessene Orte", sagt Sven. Kinderheime, alte Fabriken, verlassene Krankenhäuser und Arztpraxen - jedes Gebäude "erzählt" eine eigene Geschichte. "Manchmal könnte man auch Skandale aufdecken", lacht Sven. Ein Beispiel, wie mit dem Datenschutz umgegangen wird, lieferte eine alte Klinik, in der noch Patientenakten lagen.
"Immer wieder stoßen wir auf Gebäude, die großflächig mit Graffiti verschmiert sind", erzählt die Gruppe. Und auch Zerstörungen an den Gebäuden seien nicht selten. Trotzdem wolle man weiteren Vandalismus nicht fördern, und deswegen verschweigen sie auch die Adressen. Bestes Beispiel, was passieren kann: Ein anderer "Lost Places"-Fan berichtete im Internet über seinen Besuch in einer alten Teppichfabrik bei Geesthacht und gab die Preise Adresse preis. Wenig später brannte es dort innerhalb von zwei Tage dreimal. Zufall?
Heute soll ein altes Kalksandsteinwerk im Kreis Lüneburg besucht werden. "Wir waren schon vor ein paar Wochen mal hier und wollen sehen, was sich in der kurzen Zeit verändert hat", so die Erklärung. Seit etwa zehn Jahren steht das Werk leer. Derzeit wird eine Diskussion darüber geführt, ob es wieder in Betrieb genommen werden kann. "Da gibt es aber einiges zu tun", sagt Sven und blickt auf die Sicherungskästen an den Wänden, in denen sämtliche Kabel gekappt und abgeschnitten sind. Die Natur ist mittlerweile auch im Gebäude dabei, sich ihren Platz zurückzuerobern. Inmitten einer alten Gleisanlage wuchert das Unkraut einen halben Meter hoch. Sven und seine Freunde machen zahlreiche Fotos und drehen ein Video. Material für ihre diversen Facebook-, Youtube- und Instragram-Kanäle.
"Nächste Woche wollen wir noch einmal eine alte Arztpraxis aufsuchen. In der hat es beim letzten Mal so fürchterlich gestunken, dass wir gleich wieder raus sind. Mal sehen, ob es diesmal besser ist", sagt Sven.
• Mehr Informationen und Videos über die Besuche unter www.facebook.com/LostPlaceexplorer/