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Kleinstes Feuerwehr-Museum in Salzhausen soll für 17.000 Euro Touristenmagnet werden

"Da sollten Feuerwehr-Fans unbedingt reinschauen": Salzhausens Gemeindedirektor Wolfgang Krause vor dem Schlauchturm, in dem sich das Museum befindet Fotos: ce
 
Mit historischen Ausrüstungen und Dokumenten: Gemeindedirektor Wolfgang Krause (re.) und Ordnungsamtsleiter Hermann Pott im Feuerwehr-Museum

Kultur- und Dorferneuerungsausschuss empfahl Sanierung des Museums

 ce. Salzhausen. Bislang ein echter "Geheimptipp" für alle Freunde des Brandschutzwesens ist das wohl kleinste Feuerwehrmuseum der Welt, das im Heidedorf Salzhausen (Landkreis Harburg) steht. Die örtliche Politik stellte mit ihren jüngsten Entscheidungen die Weichen dafür, dass das nur etwa neun Quadratmeter große, aber spektakuläre Raritäten beherbergende Museum (das WOCHENBLATT berichtete) schon in den kommenden Monaten zu einem Touristen-Magneten werden soll.
Der Salzhäuser Schlauchturm in der Schmiedestraße wurde 1902 eingeweiht und 1986 zu Museumszwecken restauriert. Als letztes hölzernes Exemplare seiner Art im Landkreis Harburg steht das gut zwölf Meter hohe Bauwerk unter Denkmalschutz und hat es wahrhaft in sich: Darin finden sich unter anderem historische Einsatzgeräte, ein Alarmhorn (der Vorläufer der Sirene musste mit dem Mund geblasen werden), Ehrenurkunden und Texte zur Geschichte der Feuerwehr.
In einem der Schaukästen sieht man Stücke von alten Hanfschläuchen. Um sie der Länge nach zum Trocknen aufhängen zu können, war der Schlauchturm errichtet worden. Solch ein "hoher" Aufwand ist heute nicht mehr nötig, werden die Schläuche doch inzwischen aus Synthetikgewebe und Gummi hergestellt.
Auch im angrenzenden ehemaligen Spritzenhaus sind historische Brandschutz-Schätze ausgestellt. Dazu gehören ein alter Schlauchwagen, eine einst von Pferden gezogene Feuerwehr-Handdruckspritze und Löscheimer von anno dazumal.
"Dieses Museum ist eine lehrreiche Reise in die Vergangenheit, die jeder gesehen haben sollte", waren sich Gemeindedirektor Wolfgang Krause und der auch für Feuerwehrangelegenheiten zuständige Ordnungsamtsleiter Hermann Pott bereits einig, als die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) im vergangenen Jahr Maßnahmen "zum Erhalt und zur Pflege" des Museumstraktes forderte (das WOCHENBLATT berichtete). Diesem Wunsch trug der Ausschuss für Kulturelles und Dorferneuerung jetzt Rechnung, als er sich für eine Sanierung aussprach. Diese soll unter anderem umfassen: eine Besucher anlockende Beschilderung der Gebäude, Malerarbeiten an Schlauchturm und Spritzenhaus sowie eine Erneuerung der Stromverteilung. Die Kosten für sämtliche Maßnahmen wurden mit rund 17.000 Euro beziffert. Vom Ehestorfer Freilichtmuseum am Kiekeberg, die das Salzhäuser Kleinod als Außenstelle betreibt, wurde sowohl eine Beteiligung in Höhe von 3.500 Euro zugesagt als auch die nötige Holzwurmbekämpfung im Fachwerk des Spritzenhauses. Zudem wollen die Ehestorfer die Ausstellung im Schlauchturm erneuern. Die Gemeinde Salzhausen solle darüber hinaus - so empfahl der Kulturausschuss - einen Förderantrag bei der "LEADER-Region" für das Vorhaben stellen. Wenn die Rechnung aufgeht, muss die Gemeinde lediglich einen Eigenanteil von etwa 3.300 Euro aufbringen.
Bis zum traditionellen Kirch- und Markttag im September soll die Sanierung abgeschlossen sein. Und nicht nur das: "Zusätzlich wird es ab 2019 jährlich eine Vorführung der Feuerwehrtruppe des Kiekeberg-Museums am Kirch- und Markttag geben", kündigt Verwaltungschef Wolfgang Krause an.