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"Der Vergleich ist völlig daneben"

Winsener FDP übt herbe Kritik an Ratsmitglied Wilfried Rieck und wirft ihm Diffamierung vor

thl. Winsen. Auch die Winsener FDP nimmt Riecks Aussagen ins Visier und kritsiert ihn scharf. "Wir bedauern, dass das existierende Problem der für viele Eltern notwendigen Ganztagsbetreuung – egal ob in Krippe, Kindergarten oder Ganztagsschule bzw. Hort - damit ideologisiert wird, und das auch noch auf einem Niveau, das die gesellschaftliche Entwicklung der vergangenen 30 Jahre völlig ignoriert", sagt die Ortsverbandsvorsitzende Maria Sobert. Hintergrund: Rieck hatte als ehemaliger DDR-Bürger einen Vergleich zur Kinderbetreuung in dem Regime gezogen, in die alle Kinder mussten, egal was die Eltern wollten. Er war davon betroffen, hätte seine Kinder aber die ersten drei Jahre gerne im Haus behalten. „Der Vergleich hinkt aber gewaltig. Wenn er heute kritisiert, das jemand eine Betreuung für seine Kinder möchte, ist er in der modernen Bundesrepublik wohl noch nicht ganz angekommen", so Sobert weiter.
Die FDP habe den Beschluss mit einer dreijährigen Vorlaufzeit die Horte abzuschaffen nur mit der Maßgabe gefasst, dass bis dahin das Ganztagsangebot so ausgebaut werde, dass im Wesentlichen die gleichen Bedingungen herrschen wie jetzt im Hort.
"Der DDR-Vergleich ist völlig daneben, aber gleichzeitig hilft er wohl ungewollt bei der Analyse des Grundproblemes – wenn ich alle Kinder in die Betreuung zwinge und gleichzeitig auch noch weitgehend die Arbeitszeiten der Eltern im Griff habe, kann ich als Staat natürlich die Betreuung viel verlässlicher und effizienter planen, als wenn ich das den Menschen und ihren individuellen Lebensentwürfen überlasse", unterstützt FDP-Fraktionschef Nino Ruschmeyer das Anliegen seiner Partei. Zur freien Entfaltung der Persönlichkeit gehöre, dass man die Chance auf berufliche Entwicklung habe. "Abgesehen davon, ist es heute mit nur einem Einkommen gar nicht mehr möglich eine Familie zu ernähren - von einer vernünftigen Altersversorgung für beide Ehepartner ganz zu schweigen. Doppelverdiener, die ihre Kinder in die Betreuung geben müssten, pauschal als Rabeneltern zu diskreditieren, ist da schon eine Frechheit", meint der Liberale.