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Freien Winsener aufgelöst

Traten zum letzten Gruppenbild zusammen (v. li.): Oliver Berten, Ute Benndorf, Tobias Jacobi, Iris Winklareth, Mathis Seidel, Markus Schleupner, Ruth Maack, Andreas Waldau und Felix Kroczek (Foto: privat)

Wählergemeinschaft findet keine Vorstandsmitglieder mehr / 15 Jahre politische Geschichte

thl. Winsen. Die Winsener Parteien-Landschaft ist um eine Wählergemeinschaft ärmer: Die Freien Winsener haben sich jetzt bei einer Mitgliederversammlung einstimmig aufgelöst. Grund: Es fanden sich keine Mitglieder mehr, die die Vorstandsarbeit übernehmen wollten. Andreas Waldau, einziger Vertreter der Wählergemeinschaft im Winsener Stadtrat und Ratsvorsitzender, wird sein Mandat bis zum Ende der Legislaturperiode als Parteiloser wahrnehmen. Anschließend müsse man sehen, was kommt, sagt er.
2003 wurden die Freien Winsener von Oliver Berten gegründet, nachdem er im Streit mit der SPD auseinandergegangen war. Berten trat sogleich bei der Bürgermeisterwahl als Gegenkandidat der langjährigen Stadtdirektorin Angelika Bode an. Obwohl er 48,23 Prozent der Stimmen für sich vereinnahmen konnte, verlor Berten die Wahl denkbar knapp. Ein Jahr später zogen die Freien Winsener als drittstärkste Kraft in den Stadtrat ein. In der Folge hatte die Wählergemeinschaft einen erheblichen Anteil an einer bürgernahen und familienfreundlichen Modernisierung der Kreisstadt. So setzten sich Berten und Co. z.B. für den Ausbau des Kita-, Krippen- und Hortangebotes sowie für die Abschaffung der Straßenausbau-Beitragssatzung ein.
Doch neben der Politik machten die Freien Winsener auch immer wieder durch öffentliche Schlammschlachten von sich reden. Erst durch den Weggang mit Wilfried Rieck, der mit Oliver Berten abrechnete. Vor allem aber Anfang 2011, als sich die Winsener Liste mit ehemaligen Mitgliedern der Freien Winsener gründete. Zur gleichen Zeit wollte Oliver Berten erneut Bürgermeister von Winsen werden. Während er hier munter Wahlkampf betrieb, verschwieg er aber, dass er bei seinem Arbeitgeber in Dortmund wegen angeblicher Depressionen krank geschrieben war.
Diese "Kandidatur auf Krankenschein" läutete langsam das Ende der Freien Winsener ein. Erhielten sie bei der Wahl noch zwei Mandate, war es bei der Kommunalwahl 2016 nur noch ein Mandat.
Das verbleibende Vereinsvermögen in Höhe von rund 1.500 Euro spendeten die Freien Winsener an Flüchtlingsarbeit der St. Marien-Kirche.