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Kostenexplosion beim Kita-Bau - Steller Politik übt Kritik an Vorgehen der Verwaltung

Beim Richtfest im Dezember war die Welt für Verwaltungsvize Uwe Gundlach (li.) und Bürgermeister Robert Isernhagen (Mitte) noch in Ordnung (Foto: thl)
thl. Fliegenberg. Riesiger Zoff zwischen Politik und Verwaltung der Gemeinde Stelle wegen des Neubaus der Kindertagesstätte in Fliegenberg. Grund: Das Projekt wird voraussichtlich rund 540.000 Euro teurer als geplant, würde dann mit knapp drei Millionen Euro zu Buche schlagen. Das hänge zusammen mit dem von der Politik geforderten Blockheizkraft (BHKW) für die Energieversorgung, hieß es. Ob dieses aber überhaupt realisiert werden kann, ist derzeit fraglich. Und genau deshalb gibt es einen weiteren Kritikpunkt seitens der Politiker an die Verwaltung.
Bereits im Februar 2017 (!) hatte das zuständige Gremium den Bau eines BHKW beschlossen, weil es die seinerzeit kostengünstigste Alternative war. Vom Kraftwerk aus sollten auch das neue Feuerwehrhaus, das demnächst neben dem neuen Kindergarten entstehen soll, sowie die benachbarte Sporthalle und die Grundschule mit Wärme versorgt werden - so der Beschluss. Jetzt - über ein Jahr später - teilt die Gemeinde plötzlich mit, dass die Variante so nicht funktioniere und viel zu teuer werde. Außerdem wurde die Eröffnung verschoben.

"Das ist eine Ober-Frechheit"

"Das Blockheizkraftwerk ist zwar nach wie vor die wirtschaftlichste Lösung, doch es treibt den Preis deutlich in die Höhe", heißt es in einer Vorlage zum Bau des Kindergartens in Fliegenberg für den nicht-öffentlichen Verwaltungsausschuss. Deswegen habe die Verwaltung den Ingenieur gebeten, eine wesentlich kostengünstigere Variante der Energieversorgung und nur für den Kindergarten zu ermitteln.
Diese Sätze sorgen für mächtig Zunder. "Die Verwaltung ignoriert einen Ratsbeschluss. Das ist eine Ober-Frechheit", sagt eine Ratsfrau (*Name der Redaktion bekannt).
Doch selbst wenn die einfache Lösung angewendet wird, verteuert sich der Bau um 123.000 Euro. "Offenbar hat die Verwaltung bei ihrer Kostenkalkulation vergessen, die Kosten für die Energieversorgung einzurechnen", so der Vorwurf der Politikerin. Sie hofft auf eine schnelle Lösung, denn die Eröffnung der Einrichtung sei durch diese Aktion bereits jetzt von April auf August verschoben. Ob sich die Hoffnung erfüllt, ist allerdings offen. Wie das WOCHENBLATT aus gut unterrichteter Quelle erfuhr, ist der Ingenieur, der das neue Wärmekonzept im Verwaltungsausschuss vorstellen sollte, einfach wieder gegangen.
In der Verwaltung sieht man die ganze Sache nicht so dramatisch. "Das Blockheizkraftwerk ist teurer geworden als erwartet. Daher wurden hierfür noch keine Aufträge erteilt. Das Fachingenieurbüro wurde mit der Erarbeitung alternativer Lösungen beauftragt. Sowie diese Lösungsvorschläge vorliegen, wird hierzu eine Beratung im Bauausschuss erfolgen", sagt Verwaltungsvize Uwe Gundlach. Das habe man der Politik auch unverzüglich mitgeteilt. Dass die Eröffnung deswegen verschoben wurde, sei nicht richtig. Gundlach: "Der 1. April wurde unter der Voraussetzung genannt, dass winterliche Verhältnisse die weiteren Arbeiten nicht behindern. Da in den Monaten Januar bis März nur sehr eingeschränkt gearbeitet werden konnte, ist es hier zu Verzögerungen gekommen. Aus heutiger Sicht ist davon auszugehen, dass der Eröffnungstermin 1. August gehalten werden kann."