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Buxtehuder Schulhof-Vergewaltiger: "Ich war im Visier der Ermittler"

Der junge Mann wurde als Verdächtiger mitgenommen und befand sich in Polizeigewahrsam (Foto: Polizei)

tk. Buxtehude. "Damit habe ich null Komma nix zu tun", sagt Saiid Chiko* (20). Gemeint ist die erste Vergewaltigung, die in Buxtehude für Schlagzeilen sorgte. Vor sechs Wochen wurde eine Schülerin (14) auf dem Gelände der Stieglitzschule missbraucht. Zwei Wochen später wurde eine Frau (20) das Opfer des unbekannten Sextäters. Saiid, deutscher Staatsbürger, dessen Eltern aus dem Iran kommen, geriet eine Woche nach der ersten Tat ins Visier der Polizei und kam vorübergehend in Gewahrsam. Der junge Mann erzählt im WOCHENBLATT seine Geschichte.

Um sechs Uhr morgens stand die Polizei an einem Dienstag mit Durchsuchungsbefehl vor seiner Haustür", sagt er. "Ich war geschockt", sagt Saiid. Er meint, dass er deshalb in Verdacht geriet, weil zwei Spürhunde vom ersten Tatort eine Fährte aufgenommen haben, die zu ihm geführt habe.

Computer, Handy und Klamotten wurden eingesammelt und dann ging es zur Vernehmung nach Stade. Man hätte ihn auch vorladen und nicht gleich mitnehmen können, findet Saiid. Einen Anwalt habe er sich nicht genommen - wer wolle schon einen solchen Verdächtigen vertreten, dachte er sich. "Ich wusste, das ich rauskomme", sagt Saiid. Die Polizei sei überzeugt gewesen, mit ihm den Täter geschnappt zu haben.

Ein DNA-Schnelltest sollte Klarheit bringen. "Ich wusste, da wird nichts kommen"; sagt Saiid. Allerdings beunruhigte ihn die Frage: Was ist, wenn ein Fehler geschehe. "Dann würde mir keiner mehr glauben", sagt Saiid. Der Schnelltest habe nur die Standardübereinstimmungen ergeben, die sich bei jedem Mann ergeben würden. Saiid Chiko konnte gehen. Über die Zeit bei der Polizei sagt er: "Ich hatte das Gefühl, als ob ich wie ein verurteilter Täter behandelt werde." Von Dienstag bis Donnerstag sei er in Polizeigewahrsam gewesen. Polizeisprecher Rainer Bohmbach spricht dagegen von Dienstag bis Mittwochabend.

Nach der zweiten Vergewaltigung, zwei Wochen nach der ersten Tat, bekam Saiid Chico erneut Besuch von den Ermittlern. Nach einer Vernehmung bei ihm zu Hause sind die Beamten wieder gegangen. "Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen kommt er als Täter nicht in Frage", sagt Polizeisprecher Rainer Bohmbach.
"Wer vergewaltigt ist ein ganz mieser Mensch", so Saiid Chiko, "hat einen bösen Instinkt". Würde er über die beiden Taten etwas wissen, dann würde er mit der Polizei kooperieren, beteuert er.

Seine beschlagnahmten Besitztümer wie Handy und Computer hätte er gerne wieder. Das wird noch dauern, "Erst nach Abschluss der Ermittlungen", sagt Polizeisprecher Bohmbach. Außerdem möchte Saiid Chiko gerne einen Brief von der Polizei bekommen in dem steht "Du bist raus!" Der aktuelle Stand der Ermittlungen
* Name von der Redaktion geändert

Der aktuelle Stand der Ermittlungen