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Jugendbande terrorisiert Buxtehuder Nachbarschaft

Dieser Brief steckte in vielen Postkästen

tk. Buxtehude. "Alter hau ab, ich mach Dich platt!" Diesen Satz schleuderte ein Jugendlicher einem Bürger Buxtehudes entgegen. Der Heranwachsende wollte mit einigen Kumpels über das Grundstück des Mannes in einem Wohngebiet am Bollweg laufen. "Respekt kennen die nicht", sagt der Anwohner.

Abkürzungen durch Gärten und Beleidigungen sind die eine Seite eines Problems: Sachbeschädigung, Diebstähle, brennende Mülltonnen gehören nach Aussagen von Anwohnern ebenso dazu. Eine Gruppe Jugendlicher terrorisiert die Nachbarschaft.
In einigen Briefkästen fand sich ein anonymes Schreiben an die Anwohner. Überschrift: "Vorsicht! Wachsamer Nachbar" verbunden mit der Aufforderung, bei allen Vorfällen die Polizei zu informieren. "Helfen Sie mit, dass wir uns sicher fühlen und unsere Kinder wieder ohne Angst draußen spielen können."
"Es ist höchste Zeit zum Handeln", schreibt der Mann, nachdem eine Anwohnerin mit einer Eisenstange beworfen wurde. Auch wenn dieser Anwohner vielleicht Grund hätte, drakonische Maßnahmen zu fordern, bleibt er moderat: "Was soll aus diesen Jugendlichen bloß werden", fragt er.

Die Täter sind fast noch Kinder

Der Terror durch diese Gruppe, teilweise fast noch Kinder, soll vor einigen Wochen begonnen haben. Pöbeleien, Sachbeschädigungen und "Halligalli bis weit nach Mitternacht", so der Anlieger, gehörten seitdem zur Tagesordnung. Er habe schon die Polizei gerufen, doch die können nicht immer überall sein. Den Beamten spricht der Mann in seinem Brief ein dickes Lob aus: "Die Polizei hat schnell reagiert und hilfreich beraten."
Was die Situation schwierig macht: Nach WOCHENBLATT-Informationen ist zumindest einer der Jugendlichen als Intensivtäter polizeibekannt. Er soll noch strafunmündig sein. Alle Hilfsangebote der Stadt sollen an der Familie abgeprallt sein. Vorübergehend wurde sogar von Polizei und Stadtverwaltung ein Betretungsverbot für Teile der Buxtehuder Innenstadt verhängt (das WOCHENBLATT berichtete).
Nach Beobachtungen des Anwohners ziehen einige Heranwachsende, die in die Siedlung gezogen sind, andere nach, die ebenfalls über die Stränge schlagen sollen. "Die sind in Rudeln unterwegs und manchmal hat man den Eindruck, denen ist alles egal." Es sollen elf bis 15 Jugendliche und Kinder sein, die in wechselnden Besetzungen unterwegs sind.
In einem anoymen Brief an Anwohner - verbunden mit der Aufforderung, bei Zwischenfällen die Polizei zu rufen - kommt zum Ausdruck: Die Menschen in der Wohngegend haben die Nase voll.

50 bis 70 Strafverfahren

"Wir müssen aber auch an diese Jungs denken", sagt der Mann, der an Polizei und Stadt geschrieben hat. Hilfe, fügt er hinzu, kostet Geld. Doch wenn jetzt nichts schnell etwas geschehe, sei das Abgleiten dieser Jugendlichen programmiert.
Es gibt Insider aus der Jugendarbeit, die angesichts dicker Akten und langer Listen mit Straftaten befürchten, dass genau das schon geschehen ist und die einzig noch wirksame Lösung Jugendknast sei.
• Ganz unberechtigt ist diese Überlegung nicht: Gegen die Gruppe, die derzeit für Ärger sorgt, laufen laut Polizeisprecher Rainer Bohmbach 50 bis 70 Ermittlungsverfahren. Ein Haupttäter ist noch minderjährig, aber strafmündig. Ein weiterer Haupttäter ist noch strafunmündig.