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Ein Mini-NPD-Häufchen und viele Stader, die dagegen protestierten

Auf dem Platz "Am Sande" fand die Gegenkundgebung zur NPD-Veranstaltung statt
tk/jd. Stade. Gleich zwei Kundgebungen gab es am Samstagnachmittag in der Stader Innenstadt: Auf dem Pferdemarkt hetzte ein kleines Häufchen von nicht einmal 20 NPD-Anhängern gegen Flüchtlinge und auf dem Platz "Am Sande" setzten 350 Menschen mit ihrem Protest ein deutliches Zeichen gegen Rechts: Stade ist bunt. Zu der Gegendemo hatte ein breites Bündnis der Parteien aus dem Rat sowie Kirche und Gewerkschaften aufgerufen.
Lutz Bock (DGB-Landesverband), Stades Superintendent Dr. Thomas Kück sowie die SPD-Landtagsabgeordnete Petra Tiemann betonten: Wer von Krieg bedroht sei, habe in Deutschland ein Recht auf Schutz. Bock: "Die NPD gehört auf den Misthaufen der Geschichte."
Die NPD-Veranstaltung hatte zudem die Antifa auf den Plan gerufen. Etwa 90 junge Leute waren mit dem Zug aus Hamburg gekommen - in der Absicht, die NPDler zu stören. Der Versuch einzelner Antifa-Gruppen, auf den Pferdemarkt zu gelangen, scheiterte allerdings an der massiven Polizeipräsenz. Rund 150 Beamte waren im Einsatz, um sämtliche Zugangsstraßen zum Pferdemarkt abzuriegeln.
So fanden sich auf dem Platz überwiegend nur Passanten ein, die dort zum Einkaufen unterwegs waren. Sie quittierten die Hasstiraden der Rechtsextremen mit Kopfschütteln. Lediglich ein paar Teilnehmer der Gegenkundgebung schafften es doch noch auf den Pferdemarkt. Sie zeigten klare Kante, indem sie skandierten: "Nazis raus!"
Auch der lautstarke Protest der Gegendemonstranten aus den gesperrten Seitenstraßen war unüberhörbar. Er übertönte den Lautsprecher der NPD-Leute um einiges. Vor der Post herrschte fast Volksfeststimmung: Dort heizten Sambatrommeln und Trillerpfeifen den Protestlern ein. "Nazis vertreiben, Flüchtlinge bleiben", hieß es immer wieder. Es wurde soviel Lärm gemacht, dass die NPD-Redner kaum zu hören waren.
Nach zwei Stunden war der Spuk vorüber: Die NPDler packten ihren Stand zusammen und verschwanden - eskortiert von Polizeiwagen - per Taxi und Kleintransporter. Da die Antifa die Zufahrt zum Pferdemarkt blockierte, ging es über Umwege aus der Stader Altstadt.
Laut Polizei hielten sich die Fahrer aber nicht an die abgesprochene Route. So gelang es Demonstranten, kurzzeitig einen Wagen zu stoppen. Beim Räumen der Straße wurden Polizeibeamte mit Flaschen beworfen. Nach Mitteilung der Polizei setzten Beamte vereinzelt Pfefferspray zum Selbstschutz ein. Dabei sollen zwei Demonstranten Atemwegsreizungen erlitten haben. Außerdem gingen nach Polizeiangaben bei einem Fahrzeug der NPD die Fensterscheiben zu Bruch.