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Warum Apfelmus aus Hellas fürs Alte Land?

Dieser Lkw-Fahrer lenkte sein mit Apfelmus-Konzentrat aus Griechenland beladenes Gefährt in den Graben und löste damit eine Diskussion aus (Foto: Polizei)
bc. Drochtersen-Assel. Eine kleine Polizei-Meldung hat viele WOCHENBLATT-Leser zum Nachdenken gebracht: Da lenkt ein Lkw-Fahrer sein mit 23 Tonnen griechischem Apfelmus-Konzentrat beladenes Gefährt kurz vor einer Fabrik in Drochtersen-Assel aus Versehen in einen Graben, weil er keinen Parkplatz findet. Die Frage, die sich in diesem Zusammenhang viele Bürger stellen: „Warum wird Apfelmus aus Hellas in das größte zusammenhängende Apfelanbaugebiet Europas kutschiert?“ Eine durchaus berechtigte Frage! Selbst wenn es in Zeiten der Globalisierung wahrscheinlich eine zu romantische Vorstellung ist, die fruchtverarbeitende Industrie ausschließlich mit regionalen Rohstoffen zu versorgen.

Leser Manfred Westphal aus Isensee hat unserer Redaktion eine ganze Palette von Fragen gestellt: Sind unsere regionalen Äpfel zu teuer? Stimmt die heimische Qualität nicht? Soll die griechische Wirtschaft unterstützt werden? Spielen hier EU-Ausgleichssubventionen eine Rolle? Sollen mit dem Mus-Import deutsche Außenhandelsüberschüsse gesenkt werden? „Eine Antwort würde mir weitere Grübeleien ersparen“, sagt Manfred Westphal.

Die Fabrik aus Assel, die das Apfelmus-Konzentrat eingekauft hat, heißt „Paradise Fruits“, bis 2007 unter „Jahncke Fruchtsäfte“ bekannt. Das WOCHENBLATT fragt bei Geschäftsführer Torsten Bick nach. „Wir sind gezwungen, weltweit den Markt zu sondieren.“ Die Ware müsse in der gewünschten Qualität zum richtigen Zeitpunkt in der benötigten Menge und zu einem angemessenen Preis bereitstehen. In diesem Fall habe „Paradise Fruits“, eine Spezialfirma für Fruchtzubereitungen, sogenannte aufkonzentrierte Ware benötigt. „Die war für uns zu diesem Zeitpunkt und zu angemessenen Konditionen nur in Griechenland erhältlich“, sagt Bick. Darüber hinaus gebe es aktuell keine Apfelmus-Konzentrat-Produzenten im Alten Land.

Wenn man jetzt noch weiß, dass derzeit nach Angaben von „Elbe Obst-Vertriebschef“ Frank Döscher die Transportkosten günstig sind und deutsche Mus-Ware alles andere als ein „Schnäppchen“ (O-Ton Döscher) ist, wird der Einkauf in Griechenland erklärlich.