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Undeloh dient als Vorbild - VNP-Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide setzt Großviehbeweidungsprojekt fort

Zur Wolfsprävention wurde ein 3,6 Kilometer langer Zaun um das Beweidungsgebiet gezogen (Foto: VNP-Stiftung)
mum. Undeloh/Hörpel. Die VNP-Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide hat jetzt ein weiteres Großviehbeweidungsprojekt mit Robustrindern und Dülmener Pferden im Grünlandbereich der Ortschaft Hörpel (Gemeinde Bispingen, Heidekreis) erfolgreich starten können. Mit finanzieller Unterstützung der Bingo-Umweltstiftung wurden so knapp 40 Hektar Feuchtgrünland und kleinere Bereiche von Heide- und Magerrasenflächen in die Dauerpflege genommen. „Ohne eine Beweidung mit den bewährten Wilseder Roten und den Dülmener Pferden drohte dieser für den Natur- und Artenschutz immens wichtige Bereich durch mangelnde Pflege und Nutzung zu verbuschen“, sagt Steffen Albers von der VNP-Stiftung. Die bei einem seit dem Jahr 2004 im Bereich des „Radenbaches“ bei Undeloh im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide gemachten Erfahrungen kamen der VNP-Stiftung dabei zugute.
Ziel dieses Projektes im Bereich der „Schmalen Aue“ ist im Schwerpunkt der Schutz, die Pflege und Entwicklung offener und extensiv genutzten Grünlandflächen. Bedrohten Vogelarten wie dem Großen Brachvogel, der Bekassine, dem Birkhuhn oder dem Kiebitz soll durch die Beweidung Lebensraum geschaffen, beziehungsweise erhalten werden. So sind die Kuhfladen der Rinder für Großinsekten wichtig, diese wiederum dienen den genannten Vogelarten als Nahrung. Ebenso haben die gemachten Erfahrungen im Tal des „Radenbaches“ gezeigt, welche positiven Auswirkungen die Beweidung mit Rindern und Pferden auf die Pflanzenwelt gebracht hat. So sind dort längst verschollen geglaubte Orchideen-Arten zur Ausbreitung gekommen.
„Im Projektverlauf hat sich herausgestellt, dass Maßnahmen zur Wolfsprävention auch in diesem neuen Beweidungsgebiet unternommen werden müssen“, sagt Steffen Albers. Übergriffe von Wölfen auf Nutzvieh auf landwirtschaftlich genutzten Flächen im Landkreis Heidekreis hätten einen erhöhten und im Gegensatz zu den ursprünglichen Planungen veränderten Schutz der Robustrinder und Dülmener Pferde nötig werden lassen. Dazu wurde die Zauntrasse um das Beweidungsgebiet zur besseren und kontinuierlicheren Stromversorgung nicht wie geplant über Photovoltaik realisiert, sondern durch Anschluss an das Strom-Festnetz. Darüber hinaus wurde am 3,6 Kilometer langen Zaun um das Beweidungsgebiet ein zusätzlicher, tiefer angebrachter Draht zur Wolfsprävention eingezogen.