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Januar 1976: Die vergessene Sturmflut

Günther Borchers zeigt ein altes Fotos vom Deichbruch in Dornbusch
(jd). Hobby-Autor sucht Bilder von der Katastrophe. Jetzt wird es höchste Zeit für die Recherche: Der Heimatkundler Günther Borchers möchte einen Bildband veröffentlichen - über die höchste Sturmflut, die die deutsche Küste je heimgesucht hat. Borchers' Buch soll rechtzeitig zum 40. Jahrestag der Januarflut von 1976 erscheinen. Damals stieg der Pegel noch ein halben Meter höher als bei der verheerenden Sturmflut von 1962, bei der an der Elbe zahlreiche Menschen ertranken. Da inzwischen fast überall die Deiche erhöht worden waren, waren 1976 wesentlich weniger Todesopfer zu beklagen. Deshalb fand diese Flut auch bis heute relativ wenig Beachtung in der breiten Öffentlichkeit.

Das möchte Borchers mit seinem Buch ändern. "Schließlich war insbesondere der Landkreis Stade betroffen", erklärt der Hobby-Autor. Vor allen in Kehdingen seien an zahlreichen Stellen die Deiche gebrochen. Eine besondere Schwachstelle habe die alte Elbdeich-Linie im Raum Drochtersen dargestellt, da dort noch keine Erhöhung vorgenommen worden war, so Borchers: "Die Wassermassen rissen die Deichkronen weg und ergossen sich weit in das Land hinein." Die tief liegenden Kehdinger Moorgebiete seien wochenlang überflutet gewesen, weil das Wasser nicht ablaufen konnte.

Borchers sucht nun Zeitzeugen, die ihm über die damaligen Ereignisse aus erster Hand berichten. Außerdem benötigt er Fotos von der Sturmflut und ihren Folgen in Kehdingen. Mit Bildern soll nicht nur das Buch gefüllt, sondern auch eine Ausstellung im Museum von Assel bestückt werden. "Ich verwende natürlich keine Original-Fotos", sagt Borchers: "Die mir zur Verfügung gestellten Bilder scanne ich sofort ein und bringe sie umgehend zurück."

• Kontakt: Tel. 0 41 69 - 90 84 26 oder per E-Mail: borchers.sauensiek@online.de.